28 Januar 2011

Ich durfte einmal die lehrreiche Erfahrung machen, körperlich behindert zu sein.


Es war Schützenfest, welches ich mit meinem damaligen Freund Lennard besucht. Alles war in Ordnung wir hatten Spaß, doch als ich nach Hause ging fühlten sich meine Beine so komisch an, als hätte ich einen Muskelkater, oder sowas. Am nächsten Tag, dem 27.07.2009 wurden meine Beine immer schwächer, sie knickten mir beim Laufen einfach weg, sodass ich hinfiel. Sie fühlten sich an wie Blei. Bis dahin sah ich das alles gelassen, ich lachte sogar noch als ich auf der Straße einfach so hinfiel, weil meine Beine wieder wegknickten.  Am nächsten Tag ging gar nichts mehr, ich konnte meine Beine gar nicht mehr bewegen, ich hatte kein Gespür oder sonstiges. Meine Eltern riefen den Krankenwagen und ich wurde eingeliefert. Im Krankenhaus wurden die üblichen Untersuchungen durchgeführt, es wurde gefragt, ob ich da oder dort was an meinen Beinen fühlte. - Fehlanzeige. Später wurde mein Gehirnwasser untersucht. War eine unschöne Sache, da mir ca. 15 cm lange Nadeln zwischen meine Wirbelsäule gestochen wurde. Ich merkte richtig wie die Nadel sich den Weg suchte ... solange die Ärzte nicht wussten was ich hatte, kam ich auf's Zimmer und musste 2 Stunden auf dem Bauch liegen, wegen den Einstichen. Bis dahin war für mich auch noch alles in Ordnung, ich dachte mir es sei schon nicht so schlimm. Doch dann wurde mein Bett auf die Intensivstation geschoben und ich? Mir wurde bewusst, dass ich zudem Zeitpunkt körperlich behindert war. Ich konnte gar nichts, wenn ich mich auf die Seite drehen wollte, musste jemand kommen. Wenn ich auf Klo wollte, konnte ich nicht, stattdessen brachte man mir eine Schüssel und die Schwester half mir. Das war so erniedrigend. Ich musste gewaschen werden und wenig später musste mir man sogar helfen mir meine Zähne zu putzen oder zu Essen, weil die Lähmung schon in meinen Händen war .. nach 5 Tagen intensiv und mehreren infusionen kam ich wieder auf die normale Station. Welch ein Glück. Ich lernte viele neue Leute kennen, aber meine Beine waren weiterhin immer noch gelähmt. Irgendwann bekam ich Schienen, die meine Beine stutzen sollte, wenn ich wieder laufen konnte. Und irgendwann konnte ich meine Beine wieder bewegen und eines Tages als ich so auf Krücken vom Klo zurück kam, lernte ich ein Jungenzimmer kennen. Dogan und Temo Dogan hatte sich den Arm gebrochen und Temo das Bein. Wir unterhielten uns und ich gewann gefallen an den beiden. Besonders an Temo. Die nächsten Tage ging ich immer wieder hin von morgens bis abends und wir redeten und lachten. Es war schön. Und Temo verliebte sich in mich und ich verliebte mich in ihn. Und wir wurden ein Paar. The End.

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Wenn ich daraus eines gelernt habe, ist es dass ich allen Behinderten Menschen auf der Welt den größten Respekt anrechne.
wäre meine Beine gelähmt geblieben? Ich wär damit nicht fertig geworden.