20 Juni 2011

there's a stranger in my life

Der Mond schien hell, als er meine Hand Streifte. Immer und immer wieder, und schließlich hielt er meine Hand, fest umschlossen in seiner. Er, der Junge dessen Leben für mich ein unbeschriebenes Blatt war, lediglich die erste Zeile war beschriftet. Ich wusste deinen Namen, du wusstest meinen Namen, das war alles. Irgendwie aufregend. Ein Geheimnis. Er umfasste meine Hand fester, so als wäre ich das Mädchen
an seiner Seite, so als würde ich zu ihm gehören. Hand in Hand liefen wir dem Mond entgegen, wir redeten nicht. Lauschten dem Wind, der dröhnenden Musik, den vorbei fahrenden Autos, lauschten den schreienden Menschen im Hintergrund. Sterne blinkten am Himmel und der Wind wehte Sanft. Er bliebt stehen und drehte meine Kopf richtung seinen. So standen wir dann einen Moment dort, kopf an kopf. Um uns das dunkle Nichts und er sah mir in die Augen. Der Mond schien, so dass ich die umrisse, seines Gesichts erkennen konnte. "Ich muss los", flüsterte ich und ging voran. Er folgte mir und nahm wie selbstverständlich erneut meine Hand. Es fühlte sich nicht direkt falsch an, es fühlte sich aber auch nicht gut an. Ich hielt die Hand eines fremden. Wir liefen einige Zeit, bis er wieder inne hielt und seine Arme um mich schlang. Ich hörte
sein Herz schlagen und parfum strömte mir in die Nase. Er roch gut. Er löste sich von mir und sah mich an, für mich fühlte es sich wie eine ewigkeit an. Sein kopf kam wie in Zeitlupe immer näher und unsere Lippen berührten sich. Ein zweites mal, ein drittes mal ..
Ich löste mich, sah ihn an und sagte ihm, dass ich jetzt wirklich gehen müsse. Er winkte mir vom Straßenrand aus, während ich im Auto saß und in die dunkle Sommernacht verschwand. (C)

via:  http://img.fotocommunity.com/Contest/DigitalPHOTO-Landschaftsfotos/Mondschein-in-Stegen-a18354340.jpg