27 August 2011

unerreichte worte.





Und dann nachts um 3, wo die halbe Welt von der schwarzen Nacht eingekleidet ist, sitze ich vor dem Pc. In meinem viel zu großen T-Shirt, die Haare zusammen gebunden und in meiner Hand halte ich eine Tasse Apfeltee. Nachts um drei sitze ich hier und suche nach Antworten. Warum es damals so war, warum es heute so ist, wie es ist und warum es später so sein wird, wie es wird. Um es kurz zu fassen: Ich suche nach Antworten die mir nie einer geben wird. Weder du, noch Ich. Ich hab viel nachgedacht die letzte Zeit. Es schien alles gut, alles schön. Ich sagte jedem dass es mir gut ginge, grüßte jeden dem ich begegnete, lachte viel. Aber mein Kopf war randvoll von dir. war.. wieso war? Mein Kopf ist randvoll von dir.  Besonders Abends.  Und wenn ich all diese glücklichen draußen rumlaufen sehe. Wieso können wir das nicht sein? Es steht uns doch eigentlich niemand im Weg. Stattdessen sitze ich hier, allein. Starre auf die Flimmerkiste und alles worum's sich dreht, ist eigentlich ein weißes leerer Viereck, welches von einem blauen Rand umrandet ist. Das Leerzeichen blinkt und blinkt und blinkt..
Und plötzlich ist mein Kopf leer. So fuckin' leer. Ich beginne langsam und zaghaft Worte abzutippen, versuche mich sehr gewählt auszudrücken, es soll doch schön aussehen. Schön klingen. Es soll den Abschied nicht so schwer machen. Doch irgendwann fliegen meine Finger über die Tastatur, Buchstabe für Buchstabe, Wort für Wort und der leere Kasten füllt sich. Und mir ist es egal, ob du es nicht verstehst. Ich setze einen Punkt, danach folgt ein Zeilenumbruch. "Mach's gut, ich wünsche dir alles erdenklich Gute", schreibe ich. 

Und jetzt befindet sich, nachdem ich all das geschrieben hab, was mir seit Monaten auf der Seele brennt, ein "Ok" an dem Kasten. Daneben der Button "Abbrechen" Ich habe die Wahl zwischen lieben und unglücklich sein und vergessen und glücklich sein. Es scheint so einfach. Mein Kopf ruft "OK", doch wenn ich nach meine Herz horche wimmert es "Abbrechen". In der Liebe gibt es Gewinner und Verlierer, ich bin Verlierer. Und wieder wandert das Mauszeichen zum Abbrechen, so wie unzählige Male davor auch schon. Linke Maustaste, abbrechen. Das Fenster schließt sich und alles beginnt von vorne.