15 Oktober 2011

remember, J.




Ich habe dich lang nicht mehr gesehen. Obwohl du eigentlich nur 5 Minuten mit dem Fahrrad von mir weg wohnst. Nur morgens hab ich dich ab und an Mal an der Bushalte gestanden sehen, hast gelächelt und mir zugewunken als du mich entdeckt hast. Ich hab nur kurz aufgeschaut und dir zugelächelt. Aber es war mehr verkrampft, als dass es ehrlich war.

Wann haben wir eigentlich aufgehört beste Freundinnen zu sein?

Gestern traf ich dich im Edeka. Du hast gelächelt und kams auf mich zu. Total verunsicher war ich und ich spürte, dass du es ebenfalls warst. Früher haben wir uns immer auf den Mund geküsst zur Begrüßung, aber das war Früher. Und früher war nun eben mal nicht mehr jetzt. Du hast deinen Arm um mich gelegt und mich ganz sachte gedrückt. MIT EINEM ARM GANZ SACHTE, so als wären wir nur flüchtige bekannte, hätten nie Stunden gelacht, tränen miteinander vergossen, alles miteinander geteilt. Flüchtig mit einer Hand gedrückt. Ich hasse umarmungen, wo man den Arm nur kuz über die Schulter auf den Rücken legt. Ich hasse sie. Mehr als alles andere. 

Sonst hast du jeden Tag angerufen. Wir haben über Stunden telefoniert, obwohl wir uns ja eigentlich schon in der Schule gesehen haben, aber das machte nichts. Irgendwann blieben deine Anrufe aus, ich hab mich gewundert, weil du eigentlich immer diejenige warst, die anrief. Hat es dich gestört dass ich dich nie angerufen habe? Es war fast selbstverständlich dass du anriefst. Du hättest nur was sagen müssen. Ich hab dich angerufen, aber deine Eltern sagten, dass du nicht zuhause warst. Schule, Tennis, Konfa, oder sonst wo warst du. Ich bat Sie, dir auszurichten, dass ich angerufen habe und dass du dich doch bitte melden sollest. Aber die du hast nie auf meine Anrufe geantwortet. Und irgendwann blieben auch meine Anrufe aus.