07 November 2011

fremdlieben



Ich wusste dass du mich be(tr)lügst, ich wusste es von anfang an. Es war fast schon offensichtlich. Du hättest es besser planen sollen, dein fremdgehen, dein fremdlieben. Würdest mich lieben hast du gesagt. Vorne rum, aber hinten rum sagtest du ihr diese 3 Wörter auch. Und ich blieb, blieb bei dir. Warum? Weil ich dich liebte. Mehr als du mich. Weil ich wusste ich würde es nicht verkraften, wärst du nicht mehr an meiner Seite, obwohl du eigentlich nie richtig an meiner Seite warst. Wie konnte ich etwas verlieren, was nicht richtig mir "gehörte"? Ich habe nach innen still und heimlich gelitten und nach außen hin habe ich stets gelächelt, bei jedem ICH LIEBE DICH. Ich habe zusammen mit der Sonne gelacht. Nur dass die Sonne ehrlich lachte und ich eben nicht. Ich hielt an dem Gedanken fest, dass du schon irgendwann merken würdest, dass ich die richtige für dich war. Hast du dann auch. - Nur zu spät. Viel zu Spät.

"Trink nicht so viel", haben Sie gesagt und ich nickte. Nur ihr Blick war warnend und prüfend, fast als würden sie mich durchleuchten, meine Gedankengänge durchforschen. Ich wusste dass Sie mir eigentlich nicht vertrauten. Nicht im geringsten. Ich lächelte müde. Sie vertrauten mir nicht, na ja .. zurecht.

Torkelnd lief ich aus der Hütte, der Bass dröhnte. Alle hatten Spaß, knutschten rum, tranken, tanzten. Bald war Neujahr, noch 2 Stunden. Ich trug keine Jacke und durch den Alkohol schwand auch mein Kältegefühl. 

Ich weinte. Wegen dir. Ich legte mich in den Schnee. Wegen dir. Ich wollte sterben. Wegen dir. 

Mein Kopf so schwer, randvoll von dir, alles drehte sich, mir war kalt. 
Die sicht vor meinen Augen verschwamm, alles schwarz. 
Ich versank im ewigen nichts.

Noch bevor ich meine Augen öffne, wünsche ich mir dass alles nur ein böser Traum ist. 3 .. 2 .. 1 Augen auf! Steriler Geruch steigt mir in die Nase, fremder Geruch, fremde Umgebung. Weiße Wände, weißer Boden, weißes Nachthemd. Alles weiß. Krankenhausweiß. Ich fange an zu heulen.

ICH bin NICHT dein Freund, schriebst du. Mein Körper wurde von Hass durchflutet. Ich wusste du lügst, aber ich wollte nie wissen dass es wahr ist. Tränen der Wut und Verzweiflung stiegen mir in die Augen, alles zitterte. Ich bin ausgerastet und alles was du zu sagen hattest war, dass ich ruhig bleiben sollte. Alles war doch nur halb so schlimm, hast du gesagt. Und dann, dann bist du KUCHEN BACKEN GEGANGEN. Du bist kuchen backen gegangen und nie wieder gekommen.

2,5 Promille, 33°C Körpertemperatur. Suizidversuch.
Nie habe ich dir davon erzählt,  nie dass es wegen dir war.
Und selbst wenn du das hier lesen solltest, wirst du dich nicht angesprochen
fühlen ... oder?