06 November 2011

letzter brief, letztes ich



Hey,
ich bin mir sicher dass du das hier liest, weil du meinen Blog immer gelesen hast, weil du meinen Blog besser zitieren konntest als ich, weil du immer besser als ich selbst wusstest, was ich vor 2,3 Tagen gepostet habe. Ich saß vorhin in meinem Zimmer und wollte eigentlich einen Text vorschreiben, aber irgendwie musste ich nur heulen, deswegen habe ich es gelassen. Ich frage mich wann ich zuletzt so sehr geweint habe. Letztes Jahr im September? Ich weiß es gar nicht mehr. Nun ja. Und der Text? Der liegt jetzt in meinem Block, kariertes Blatt, ne ganze seite. Ganze Seite voller vorwürfe, obwohl du mehr als oft sagtest, dass es dir leid tun würde. Es wird kein Text mehr voller Vorwürfe werden, dieser Text hier soll einfach eine kleine Zusammenfassung unserer Zeit sein.
Ich frage mich wirklich, wie viel Zeit vergehen wird, ehe es nicht mehr weh tut wenn ich an dich denke, bis keine träne mehr mein auge verlässt, bei dem gedanken an dich. Im prinzip ist es mir auch egal, ich will nur dass es schnell geht, sehr schnell. Am besten jetzt in diesem Moment, es soll sofort aufhören, wehzutun. Ich habe dich schon einmal gehen lassen, ob es mich überwindung gekostet hat? ich weiß nicht, nein. Aber sag mir, warum tut es jetzt so weh? Die Wangen nass, die Schminke verlaufen. Es wird vorbei gehen ich weiß, in ein paar tagen oder wochen wird es mir besser gehen und irgendwann wird es gar nicht mehr wehtun, dann werde ich zurück denken, mit einem lächeln im gesicht. In meinem Kopf wird selbst dann immer noch dieses Fragezeichen sein, aber ich werde glücklich sein, das weiß ich. Weil es bis jetzt immer so war, egal wie weh der Abschied getan hat, ich bin glücklich geworden. Immer und immer wieder.

ich weiß nicht wer du bist und irgendwann wird mich diese Frage auch nicht mehr beschäftigen, aber das hier werden die letzten worte, meine letzten sätze an dich sein.
Weißt du, wir haben immer sehr sehr viel zusammen gelacht. Du hast viel erzählt, von irgendwelchen leuten die ich nicht kannte. Gelästert hast du. *dich komisch anguck* jaja, so war es und dann haben wir immer über diese leute gelästert. Geläster und gelacht und sie immer wieder in unseren Gesprächen aufgenommen, zitiert und so weiter. Wenn ich an dich denke, verbinde ich automatisch das lachen mit dir. Wie ich es gehasst habe, wenn du mir was erzählt hast, immer hast du um den heißen brei geredet, bist in gedanken, links abgebogen, rechts, wieder geradeaus, bist in gedanken in kreisen "gefahren". xxxx das ist die von der party, oder die freundin von der freundin usw. Es hat immer 53252252min gebraucht, ehe du auf den punkt gekommen bist. Ich habe immer deinen Namen gerufen, mit nachdruck und etwas lauter sodass sich meine stimme überschlug. Du mochtest das, ich weiß. Aber so sehr ich es auch hasse, dass du nie auf den Punkt gekommen bist, desto mehr wünschte ich mir jetzt, dass du mir was erzählst. Wie wär's mit der Wahrheit? Es wäre mir egal, wie lange du um den heißen brei herumreden würdest, hauptsache du würdest auf den Punkt kommen, auf den Punkt der Wahrheit.
Ich hab dich immer angerufen. "Hallo" hast du gesagt und ich hab dir dasselbe entgegnet. Danach Stille und auf die Stille folgte jedes Mal dass wir lachten.

ich sehe gerade der Text wird etwas lang. Egal, die hauptsache dass du ihn dir duchliest. "Guck mal da fliegt ein Hurensohn". Ich hab keine Ahnung warum ich das gesagt habe, oder in welchem Zusammenhang, aber du hast dich so unglaublich darüber totgelacht. Was es nicht alles gab: partyerdnüsse, hello und kitty.
unsere Eulenfamilie, die kleine Meerjungfrau. Oder wie uns das Lied nicht eingefallen ist, was du ganz am Anfang des Telefonts gesungen hast, ich habs dir nachgesungen und du hast gesagt, ich würde schön singen, wenn ich auch mal zuende singen würde. Wir haben uns bestimmt 10 min lang den Kopf darüber zerbrochen welches Lied das war. Und als wir dann auflegten fiel es mir ein. Hit the road jack. Klick mal drauf, auf den link, ist ein tolles Cover, find ich. Wir haben oft dasselbe gedacht. Ich griff nach meinem Handy genau dann, wenn deine Sms ankam und andersrum genauso.

Alles was bleibt sind zwei aufgenommene Telefonate. Bei dem ersten redest du wieder um den heißen brei, und ich schreie histerisch rum weil du endlich vorlesen sollst und bei dem zweiten, schreie ich dich an weil ich so unglaublich wütend bin und am ende glaube ich zu hören, dass du weinst. Ein gemaltes Bild, 3 Lieder die mich an dich erinnern und knapp 7000 facebook nachrichten sind alles was übrig blieb. Ich habe dir eine zweite chance gegeben, obwohl ich wusste, du würdest sie nicht nutzen. Und ich behielt recht. Du hast sie nich genutzt. Ich danke dir für die 123 Tage. Ich danke dir für 123 Tage und keinen Tag länger. Das Kapitel du ist hiermit beendet, ich blätter um, weiße leere Seite. Mach's gut.

"werd ich, und tu dir nicht selber weh, lass die fingern von den drogen usw, bitte."

"Ich versuche mich an deine Worte zu erinnern, wenn ich dabei bin, zu versuchen dich zu vergessen."


I'll miss you.