31 Dezember 2012

2012



 
 Meine Erkenntnis die ich aus 2012 geschlossen habe: selbst wenn alles in der 
scheiße liegt, das glück ist dir meist näher als du denkst.


 Ich weiß noch, das jahr 2012 hatte vollkommen betrunken in irgendeinem haus, in irgendeiner stadt angefangen, von der ich nur den weg bis zum bahnhof und zurück kannte. Das war alles. Ich kannte diesen einen jungen in dieser stadt, von dem ich glaubte dass er mich lieben würde. Drei monate später lief ich den weg vom bahnhof zu dem haus erneut. Allein. Die türen blieben verschlossen und ich kostete von dem bitteren geschmack der liebe. Man könnte meinen ich wäre daran zerbrochen, an dieser niederlage, aber ich sag euch was: ich bin daran gewachsen.

 2012 war das jahr in dem ich begriff, dass es immer ein licht gibt, auch wenn alles am boden liegt. Ich habe festgestellt dass dieses licht immer dann da ist, wenn man gar nicht mehr damit rechnet, wenn alle hoffnung verblasst ist. Dieses licht trägt den namen meines freundes. Renee. Zugegeben, nach diesem ernüchternen anfang des jahres hatte ich die hoffnung eigentlich schon wieder aufgegeben. Glücklich zu werden, geliebt zu werden und das für längere zeit. Dann kam er und hat mir gezeigt, dass das alles doch möglich ist, glücklich zu sein, geliebt zu werden. Ich meine, jetzt hält er schon seit 9 monaten meine hand und ich bin ... glücklich.  ich weiß dank ihm, dass ich das auch noch für längere zeit sein werde. Dafür liebe ich ihn.

17 Dezember 2012

first love




Gestern waren wir bei deinen Eltern und sind in dein altes Zimmer gegangen. "Hier hat alles angefangen", sagtest du als wir das Zimmer wieder verließen und deine Stimme hallte im Raum. "Weißt du überhaupt noch wie hier alles gestanden hat?" Na klar, sagte ich und dachte an all die nächte in denen ich verloren durch dein Zimmer Fenster gesehen hatte. Ich hab die Sterne und den Mond immer angesehen, wenn ich nachdachte, nicht schlafen konnte, wenn die zweifel wieder mein Herz hochkrochen, wenn ich mir nicht sicher war, ob das mit dir alles so richtig ist. Es ist immer wieder schön, wenn wir den weg vom Bahnhof zu deinem Elternhaus laufen, wenn ich mich zurück erinnern kann, daran wie alles angefangen hat. Wie ich Wochenende für Wochenende zu dir gefahren bin und wie ich Wochenende für Wochenende wieder nach hause gefahren bin und nicht wusste, was ich von all dem halten sollte. Und es dauerte nicht lange, da war ich verliebt, dir und deinem charm verfallen. Zugegeben du hattest dir ziemlich lange Zeit gelassen, bist du mir gesagt hattest, du auch etwas für mich empfindest. Betrunken geschriebene smsen, ich wäre dein mädchen, wäre die schönste frau und alles was du bräuchtest. 

Ich bin froh, dass das alles so lange gedauert hat, 3 Monate fürs zusammen kommen und einen weiteren für das erste "ich liebe dich". Ich habs mir so lange aufgehoben, bis es mir in manchen momenten, wenn ich dich angesehen habe, beinah rausgerutsch wäre. Es lang mir so schon so lange auf der Zunge und dann hattest du es den einen abend gesagt. Ich liebe dich.

Auch wenn du das hier alles nicht liest, du bist der schönste junge von allen und dazu der beste. Der alles für seine freundin tut und seine bedürfnisse auf das geringste zurückschraubt nur damit ich glücklich bin. Ich wünschte ich könnte dir von all dem etwas zurück geben. 

Aber ich hab nur ein wenig liebe und ein paar schöne worte, warscheinlich reicht das nicht: aber ich liebe dich mit allem was du bist. Ich liebe wie du mir in meine Unterlippe beißt, wenn wir uns küssen, wie du auf meinem schoß schläfst, selbst wenn du im vorbei gehen kurz mit deiner hand über meinen rücken streichst. All das liebe ich. Und ich möchte nicht, dass all das endet am besten nie. Aber das gibt es nicht. Doch wenn ich dir eins sagen kann, dann ist es, dass ich nicht weiß wie und wo man seine erste große liebe trifft, woran man sie erkennt und woran man so etwas festmacht. 

Aber warscheinlich bist du's.
Meine erste große Liebe.

02 Dezember 2012

02062012




Ein halbes jahr ist jetzt vergangen, genau 183 tage. Klingt irgendwie wenig, dennoch sind diese 183 tage vollgestopft mit vielen wunderbaren momenten und auch momenten die weniger schön sind, aber die uns vielleicht zu dem gemacht haben, was wir jetzt vielleicht sind. Ich weiß, das alles ist nicht einfach mit mir, weil ich so viele eigenschaften an mir habe, die irgendwie kontraproduktiv für eine glückliche beziehung sind, aber dennnoch versuche ich stets mein bestes zu geben, auch wenn das vielleicht für dich nicht immer sichtbar ist. Du wolltest schon so oft gehen, aber bist doch immer geblieben, hälst mich so hoch und dennoch muss ich keine angst haben, dass du mich fallen lässt weil du nicht wie all die anderen da draußen bist. Weil du liebst und das von ganzem herzen. Weil du immer erst auf mich schaust, als auf dich, damit du mich lächeln siehst, damit du weißt dass es mir gut geht, dass ich glücklich bin. Es tut mir leid, dass ich all diese Dinge viel zu sehr als selbstverständlich sehe, als dass ich sie schätze. Ich meine ich habe schon so oft den satz gehört, wenn ich von dir erzählte, dass sie manchmal gern dich als ihren freund hätten, weil ich all das hätte was sie sich wünschten. Und ich bin dieses naive Mädchen was all das Glück hat und manchmal zu blind für diese dinge ist. Gestern als wir mit deinen Eltern essen waren, da habe ich dich angesehen und deine endlose schönheit gesehen, wie du gelacht hast, wie du dich bewegt hast oder mich angesehen hast. Für mich bist du der schönste mann mit dem schönsten "ich liebe dich". 

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19 November 2012

herz voller zweifel



"Mein ein und alles" steht hinten in krakeliger jungenschrift geschrieben, auf der anderen seite die momentaufnahme eines mädchens was ich nur aus erzählungen kenne. Blaue augen hat sie und sommersprossen zieren ihre nase. Eine mischung aus blond und braun umrahmen ihren eigentlich doch hübschen kopf. ihre schultern bedeckt durch eine jacke im camouflage muster, darunter ein helles oberteil. Das foto blitzte einmal zwischen deinen anderen passfotos hervor. Ich schwieg, sagte nichts, dachte nur. Du hattest dich erschrocken, als es dort plötzlich aufblitze, das konnte man dir anmerken. Du wusstest dass ich sie nicht mochte, aber eigentlich ist das nicht alles. Manchmal da habe ich ganz viele Zweifel, immer dann wenn wir streiten und ich nur da sitze, so als wäre ich gar nicht da und du diese ganzen bösen worte sagst. Dann fliegen meine Gedanken immer zu ihr, 4 Jahre warst du mit ihr zusammen. Verlobt wart ihr. Du wolltest sie heiraten, mit ihr dein leben verbringen. Und dann komme ich. Ich das Mädchen was so vieles Falsch macht, was nicht die richtige Richtung kennt, was zu viel an sich denkt, statt an dich. Manchmal fressen mich diese Zweifel auf, abends wenn ich neben dir liege. Natürlich sage ich nie was, ich weiß dass du mich liebst, nur macht es das trotzdem nicht besser. Sie wird irgendwie immer die Frau sein, an der ich versuche mich zu messen

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11 November 2012

tears




Am zweifeln bist du. Du zweifelst an uns. Es tut dir leid, hattest du in der sms geschrieben und ich hatte geweint im Bus, bin ausgestiegen und wieder zurück gelaufen. Ich wusste dass es irgendwie nur noch eine Frage der Zeit war, wie lange ich doch halten konnte. Ich meine, wir hatten schon so oft geredet und ich hatte nur hin, aber nie wirklich zugehört. Dieses Mal hatte ich hingehört, weinend in die Leere gestarrt, aber immer dir horchend, habe mir mit meinem Haargummi meinen Unterarm wundgerieben. Vom "nichts bringen" und "kein bock" hattest du geredet. Und vom trennen. Dabei fällt mir das Atmen schwer und irgendwie begfreife ich dass du so vieles für mich bist, obwohl ich mich nebenbei gedanklich schon von dir verabschiede. Dabei sehe ich all die Momente vor meinen Augen davon fliegen und für einen kurzen moment ziert ein lächeln meine lippen. Du siehst so hübsch aus, auch wenn du so wütend auf mich bist und eigentlich wünsche ich mir nichts mehr, als dass du mich endlich in den arm nimmst und ich so richtig losweinen kann, weil das alles so weh tut, dieses gefühl dass ich dich bald verliere. Aber das tust du nicht. Du sitzt dort und fragst "was jetzt?" und ich antworte mit einem schulterzucken und ein paar tränen. 

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21 Oktober 2012

part of me






Ich weiß nicht, es sind schon so viele Menschen in mein Leben getreten. Sie haben mich begleitet, Tag für Tag, Stück für Stück, sie haben mich geprägt, mich irgendwie zu der Person gemacht zu der ich jetzt geworden bin. Zu einer Person die aufgehört hat, den Menschen hinterher zu laufen, wenn sie mich schon lange weggestoßen haben, eine die geht, wenn man sagt dass es vorbei ist, eine die die Tatsache so nimmt wie sie sind. Das wirkt manchmal so, als ob mir die Dinge, oder besser gesagt, die Personen egal seien. Aber das sind sie nicht. Und ich möchte dass du das weißt, dass du mittlerweile nach den sieben monaten in denen du meine Hand hälst, meine Lippen küsst .. irgendwie, ich weiß nicht. Alles geworden bist. Und ich hätte niemals gedacht, dass ich mich überhaupt in dich verlieben würde. Ich meine, sieh uns an. Wir sind so verschieden, so wie Tag und Nacht, Ebbe und Flut. Du bist so ordentlich und ich so unordentlich, so unordentlich dass du mich manchmal umbringen willst, besonders wenn ich deine komische bürste, links, statt rechts vom wasserhahn hinstelle. Du sagst, dass ich süß aussehe, wenn ich esse, obwohl ich um mich herum alles vollkrümel und dich das eigentlich aufregt. Du machst mich so glücklich und irgendwie gab es nie einen besseren vor dir und ich glaube den wird es auch nicht mehr nach dir geben.

Irgendwie kann ich nicht mehr ohne dich. Nur weiß ich nicht, ob das gut oder schlecht ist. Ich liebe dich

16 September 2012

something goes wrong





Manchmal da frisst sich die Angst vom Bauch hoch in meinen Hals und setzt sich dort fest, belegt meine Stimme und dann sitze ich stillschweigend neben dir, während du erzählst dass eine Beziehung nicht funktioniert wenn man nicht miteinander redet. Ich rede aber doch mit dir, in meinem Kopf und kämpfe von außen hin mit meinen Tränen. In solche Momenten, tut dein ich liebe dich am meisten weh, weil ich denke, dass es vielleicht das letzte gewesen sein könnte. Dann sitze ich neben dir und weine, während du dort sitzt und lächelnd sagst, dass meine Augen noch schöner sind, wenn sie so glänzen. Diese Momente habe ich in den letzten Tage öfter gehabt, dass die Angst meine Stimme belegt und meine Sicht irgendwie ein bisschen verschwommen gemacht hat, oft auch im beisein mit dir. Ich habe Angst, dass du weggehst und ..  nicht mehr zurück kommst. Das macht mir so sehr Angst, dass ich nur bei dem Gedanken daran, weinen muss

23 August 2012

don't look back



"Du kannst deine Sachen packen und gehen", sagst du laut und ich schaue dir kurz ins Gesicht ehe ich mich umdrehe und gehe. Du bist wütend, wütend auf mich und in meinem Kopf ist wieder dieses Meer aus Worten, mit all den Worten die mich zweifeln lassen, dass ich richtig bin. Richtig für dich. Vor mir verschwimmt meine Sicht ein wenig, laufe den gepflasterten Weg entlang, immer jedes zweite Viereck in welches ich auftrete, ich plücke Blätter von den Büschen, zerreise sie in den Händen und werfe sie anschließend in die Luft. Ich spüre deine Anwesenheit in meinem Rücken, du läufst auf der anderen Straßenseite und überholst mich, du sagst nicht, schaust nicht. Wenn ich eines gelernt habe, dann ist es nicht zurückzuschauen, sondern die dinge so zu akzeptieren wie sie sind, oder wie sie kommen werden. Ich will nicht noch einmal einen Kampf kämpfen, der eigentlich schon längst verloren ist. Also blicke ich nicht zurück sondern gehe stillschweigend meinen Weg. Als du in die Einfahrt läufst, blickst du einmal kurz zu mir, dabei denke ich an dein lächeln, daran wie deine augen immer gefunkelt haben, wie dein lächeln aussieht und was mir alles fehlen würde wärst du weg. Den schlüssel hast du stecken lassen und ich betrete schweigend deine wohnung, suche meine sachen zusammen, lege den Hauschlüssel auf die Komode und frage ob das wirklich alles gewesen war. Du sprichst davon, dass du dir nicht mehr sicher bist ob das mit uns alles noch einen sinn macht, dabei sind deine augen so leer und ich habe angst, dass sie ihr funkeln irgendwann ganz verlieren.

14 August 2012

burning memories




Da brannten wir nur dahin. Ein wir von dem wir uns schon seit Monaten entfernt hatten. Es gab nicht viel was von uns übrig blieb, ein Buch mit fast 200 Seiten, eins dummes T-shirt, ein paar Momentaufnahmen, gelogene Worte, naive träume und ein wenig tinte auf der haut. Und ich muss feststellen, dass es ein uns wohl nie wirklich gegeben hat, dass wir nie so groß waren, wie ich immer dachte und dass du wohl nie so aufrichtig zu mir warst, dass ich deinen worten keinen glauben schenken, konnte .. oder durfte? Als alles in den Trümmern lag, sagtest du zu mir, dass du das alles nur tun würdest, damit ich daraus lerne. Dass ich mir die Dinge merke, einpräge, damit ich irgendwann alles besser mache. Du hast mir gelehrt, dass Menschen eigentlich nie besser sind, wie die Menschen die sie so sehr verabscheuen. Denn das warst selbst du nicht, du warst und bist vorallem nicht besser. Dass will ich dir damit sagen. Ich will dir sagen, dass ich froh bin, dass du aus meinem Leben verschwunden bist, auch wenn es eigentlich sehr weh tat. Du hast mich stärker gemacht, wenn auch ein bisschen kühler. Und aus den Fehlern werde ich nicht lernen, ganz gewiss nicht. Ich bleibe die selbe Kim, die die du jetzt verabscheut, die du hasst. Ich bleibe die Kim, die du angeblich mal so geliebt hast.

tat übrigens gut, alle die sachen zu verbrennen, zuzusehen wie sich die flammen langsam
ihren weg suchten, wie dein gesicht dahinbrannte und zu asche zerfiel. Ich hasse dich.
Und das ist nicht mehr gelogen.

08 August 2012

vielleicht werden wir zusammen alt






 "Mein ein und alles" steht hinten in krakeliger jungenschrift geschrieben, auf der anderen seite die momentaufnahme eines mädchens was ich nur aus erzählungen kenne. Blaue augen hat sie und sommersprossen zieren ihre nase. Eine mischung aus blond und braun umrahmen ihren eigentlich doch hübschen kopf. ihre schultern bedeckt durch eine jacke im camouflage muster, darunter einm helles oberteil. Das foto blitzte einmal zwischen deinen anderen passfotos hervor. Ich schwieg, sagte nichts. Durch deine erzählungen war sie mir schon immer ein dorn im auge, sie war so anders .. in meinen augen viel besser als ich es bin. Machte alles richtig, nahm rücksicht... - halt deine große liebe. Ich sollte das foto verbrennen, zerschneiden. Und um ehrlich zu sein, hatte ich es den ganzen abend vor mir liegen, auf dem sofa, dann auf dem tisch und heute früh hab ich es mitgenommen. In mein Portmonaie gesteckt. Keine ahnung warum. Am Bahnhof stand ich, kurz vor neun war's. Da ist mir das Foto wieder eingefallen, ich habs mir angesehen und langsam auseinander gerissen. MEIN - EIN - UND - ALLES, bis das ganze Bild nur noch aus ein paar papierfitzeln bestand, die sind mit dem wind davon geflogen, wie asche. Die vergangenheit anderer sollte man ruhen lassen. Ich meine wir leben im jetzt und hier. Jetzt bin ich dein ein und alles und das ist das einzige was zählt, oder nicht?

Nachmittags sitzt neben mir ein Mann im Bus. Er ist schon alt, trägt falten im gesicht und eine große brille. Mit sich trägt er einen braunen leder aktenkoffer, gesichert mit einem zahlenschloss und auf seinem schoß ruht ein jutebeutel und sein bläulicher anglerhut. Darauf liegen umschlossen seine hände. Er trägt ein weiß-blau kariertes Hemd, eine Krawatte mit Flugzeugen bedruckt, dazu eine graue Anzughose. Aus dem Augenwinkel blitzt mir ein schmaler goldener Ring mir entgegen. Er trägt ihn an seinem linken Ringfinger. Sicherlich sein Hochzeitsring. Wie lange er ihn wohl dort schon trägt? Hat er ihn jemals abgenommen? Ob seine frau noch lebt? Wie haben sie sich kennengelernt? Und dann schaue ich auf mich und denke nach. Wann werde ich wohl heiraten? Und vor allem wen? Ist der Mann mit dem ich mein ganzes leben verbringen werde, mir schon mal begegnet? Auf der straße, irgendwo in der bahn, im Bus? Oder vielleicht ist es der mann, dessen hand ich seit 5 monaten halte, dessen lippen ich küsse. Vielleicht steckst du in ferner Zeit einen ring an meinen Finger, auf dass er für immer dort bleibt? Vielleicht werden wir glücklicher als wir es jemals erwartet hätten, vielleicht ziehen wir ja wirklich zusammen, kriegen kinder? lieben uns solange unser herz schlägt. 

Vielleicht werden wir zusammen alt.
wäre doch schön, nicht?

31 Juli 2012

my soldier, my hero



Wenn ich das hier nicht schreiben würde, würde ich warscheinlich so wie das eine mal in deinem bett liegen, weinen und dir vor lauter weinen gar nicht mehr sagen können, warum ich eigentlich weine. Dann würdest du mir erklären, dass man in einer Beziehung über Probleme reden muss und ich würde dir wieder erklären, dass ich nicht reden kann, weil ich das wortmädchen bin, was manchmal ihre worte verliert. Dann schiebe ich hinterher, dass ich angst habe dich zu verlieren und mein blickfeld wird ganz verschwommen. Ich habe einfach nur angst dich zu verlieren, weil ich so schwierig bin, so egoistisch, nichts einsehe, einfach weil ich, ich bin. Weil ich es immer schaffe das Leute gehen, dass sie verschwinden aus meinem Leben und einfach nur trümmer hinterlassen, narben auf der Seele und manche auch narben auf der haut. Aber das ist nicht alles, das ich meinetwegen Angst habe, dass du gehst.



Weißt du noch als wir mal einen Film zusammen angesehen haben? Er handelte über einen Soldaten der in den Krieg zog. Sein Kamerad starb, er hatte keine Munition mehr und die Aufständischen fielen über ihn her, sie waren in der überzahl, schlugen ihn .. und alles was er tat war, nach dem foto seiner frau zu suchen, dann fiel es ihm aus der hand und die szene wechselte. Ich saß dort und kämpfte mit den Tränen. Du standest auf und sagtest, dass du dort auch gerne hinwürdest. Runter nach Afghanistan. Jetzt hast du die Kaserne gewechselt und müsstest mit Sicherheit weg, für längere Zeit, sechs monate, oder ein jahr, je nachdem. "So ist das halt", sagst du und ich stehe auf und gehe auf Klo, du kommst nach und fragst wo ich hinwill. "Auf klo", nur dabei vergesse ich das "heulen". Auf klo, heulen. Ich ertrag den Gedanken nicht, dass du weg sein könntest. Ich will von all dem nichts mehr wissen, nur wenn es so weit sein sollte

"Seit Beginn der ISAF-Beteiligung Deutschlands in Afghanistan sind in dem Krisengebiet bisher 27 deutsche Bundeswehrangehörige ums Leben gekommen - bei Anschlägen und bei Unfällen."

Ein ehrenvoller Tot, würdest du jetzt sagen und ich würde weinen. Aber was muss, das muss

20 Juli 2012

Stilles Reden.





Ich klopfe und von drinnen horche ich deinen Schritten. Dann öffnest du die Tür, kein Blick, kein Hallo, nur kälte. Dann setzt du dich und schweigst, putzt mit einem grünen Brillentuch deine Fernbedienungen, darüber schmunzel ich ein wenig, aber nur kurz. Dann sage ich, dass es mir leid tut. Und du blickst kurz einmal hoch und mir wird klar, dass dein schweigen nur die ruhe vor dem sturm war. Dann fängst du an, sprichst von dummheit, deinen problemen, vom nichts raffen und dass ich alles schlimmer mache, dabei starre ich apathisch auf den Tv. Trödeltrupp läuft, die Uhr zeigt 15:45 an. Ich beobachte die Fliege an der Decke, sehen den Bäumen zu wie sie sich im Wind wiegen. Ich will nicht weinen, erst wenn ich weg bin, wenn dir Tür hinter mir ins Schloss fällt. Ich muss doch zeigen dass ich erwachsen bin, dass ich ... stark bin. Dass seine Worte nicht weh tun. Ich sage nichts, antworte nur in Gedanken und schaue ihm in die Augen, schön ist er. Wirklich schön. Dann fragt er was ich denke, "an nichts", sage ich dabei schwappt in meinem Kopf das verdammte wortmeer fast über. Dass du was ernstes willst und dann triffst du den wunden punkt. "Ich wollte was ernstes und alles was ich bekam warst nur du." Das waren damals seine Worte und sie verletzen, bis heute. 16:10 Uhr. "Ich muss gehen", sage ich und du blickst mir nur leer entgegen. Dann fällt die Tür ins Schloss und die Tränen fließen. "Smile now, cry later", denke ich und wische mir über die Augen. Dann eine sms von dir. Dass du mich liebst, dass ich dich die einzige bin und dann verschwindet das lächeln und die Gesichter im Bus schauen mich fragend an. 

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17 Juli 2012

verletzlich



Fünf mal Energy bringen ich dir mit und für mich zwei Joghurts und dann ist irgendwie die stimmung gedrückt, du redest nicht mit mir, fragst nicht ob ich mit rauchen komme, sondern gehst allein. Rennst dauernd durch deine Wohnung, stellst das Schlafzimmer um, stellst im Wohnzimmer die Lampe von der einen Ecke in die anderen. Holst dir Kopfhörer und hörst Musik mit dem Ipad. Und plötzlich fühlen sich die paar Meter zwischen uns an, wie tausende von Kilometern, so als lägen die sieben weltmeere zwischen uns. Fragen tue ich nicht, ich sitze still dort und frage in meinen Kopf hinein. "Manchmal bin ich so", sagst du plötzlich und richtest dich auf, dabei vergräbst du deinen Kopf in deine Hände. "Ok" murmel ich und starre auf den Fernsehbildschirm. Dann legst du deinen Kopf auf meinen Schoß und ich streichel deinen Kopf, weil ich das immer so mache, weil ich weiß dass du das magst. Nach eine weile drehst du dich zu mir und siehst mich ganz lange an, obwohl du doch genau weißt, dass ich das nicht mag. "ich liebe dich",sagst du und mein Herz bleibt für einen kleinen Moment stehen. "ich liebe dich", hallt es in meinem Kopf nach. "Jetzt bin ich verletztlich", sagst du und ich entgegne dir mit den vier worten die mir schon so lange auf der zunge lagen. Ich liebe dich auch.

06 Juli 2012

Vielleicht kannst du ja Lippenlesen.



 "Schläfst du schon?", frage ich dich und ein "nein" kommt nuschelnd aus deiner decke hervor. "Du machst mich glücklich", sage ich und dann sehe ich im Halbmondschatten wie du lächelst. "Dafür bin ich da", erwiderst du und besigelst diesen Satz mit einem Kuss. 

Weißt du, ich bin ein stilles Mädchen, eines das mehr denkt, mehr schreibt, als spricht. Eines dass dich ansieht und "ich liebe dich" denkt, wenn du lachst, es aber nie aussprichst. Und ich würd dir so gern so vieles sagen, wenn die Gefühle noch ganz warm in meinem Bauch sind. Stattdessen sage ich dass du ein Idiot bist, wenn du Grimassen schneidest und mich ärgerst. "ich liebe dich, ICH LIEBE DICH", schreien meine Gedanken während du beiläufig erwähnst, dass ich ja bei dir wäre weil ich dich lieben würde. Und ich Bruchteil einer Sekunde stolperst du über das Wort Liebe. " Na ja, du weißt schon weil du mich magst und so", sagst du anschließend etwas verlegen und ich muss nur lachen. "Das ist sie wieder, die Sonne" rufst du. Das für dich die Sonne aufgehe, wenn ich lache, hattest du einmal gesagt. Und dann fangen meine Gedanken wieder an, zu schreien.Vielleicht wirst du eines Tages wissen, was diesen Lächeln hieß.

Ich kann nicht mehr schlafen, wenn du nicht neben mir liegst. Ich schlafe ganz schlecht, weil mir fehlt wie du riechst, wie du meinen Hals streichelst, weil ich deinen atem nicht mehr höre und weil dein arm um mich fehlt. Mir fehlt dein komisches Reden im Schlaf und nicht zu vergessen, dass mir immer so warm ist neben dir. Geträumt habe ich von dir. "Ich liebe dich." hast du gesagt und ich hab gut geschlafen, diese Nacht, weil du da warst

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06 Juni 2012

Gleichgültigkeit.



Neben dir sitzt ein neues Mädchen, sie lacht und hält sich die Hand vor ihr Gesicht. Sie hat schulterlanges braunes Haar und bestimmt braune Augen, oder vielleicht grüne. Rechts von ihr sitzt du, den Kopf geneigt und eine Hand hälst du ebenfalls vor dein Gesicht. Das graue T-Shirt trägst du, das welches ich eine Zeit lang immer trug und an deinem Hals trägst du eine Kette, bei der ich einen Moment überlege, ob es nicht die ist, die ich dir mal schenkte. Aber ich glaube nicht. Schwach ist das Tattoo auf deinen Fingern zu erkennen, alles verblaßt, so wie allmählig auch unsere Zeit, nicht wahr? - Last girl on my mind. Ich hab auch so ein Bild von uns, wo wir die Hände vor unser Gesicht halten, verliebt ineinander waren und lachen, weil wir geglaubt ineinander das Glück gefunden zu haben. Ob du wohl auch hinten in dein kleines Büchlein, kleine Sprüche über sie reinschreibst, wie verliebt du doch bist, so wie du es damals für mich getan hast?  Jetzt ist da ein anderes Mädchen und wenn ich das Bild auf meinem Destkop anschaue und dazu das Text Dokument 6 lese, möchte ich dir sagen dass du ein Lügner bist, dass du deine Versprechen nicht eingehalten hast und dass ich dich schon lange nicht mehr vermisse. Du bist nur noch ein paar Seiten in einem Buch und das kleine Herz an meinem Handgelenk. Aber was ist das schon. Ein paar Erinnerungen, an die man ab und an mal denkt, Momente die man sich ab und an mal zurück wünscht, aber schon nach einem Wimpernschlag verschwinden.

... ist in einer Bezeihung mit ... - ich habe nichts gefühlt, keine Trauer, keine Eifersucht, keine Freude, nichts. Ich hoffe du bist glücklich und das für lange Zeit

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22 Mai 2012

Bin ich das was du willst?



Die letze Nächte liege ich still neben dir, sehe dich an, denke wie schön deine Lippen geformt sind und frage mich was wir zwei eigentlich sind. Verliebt ineinander? Oder warten wir einfach nur auf das große Glück, versuchen unsere Einsamkeit zu stillen, uns selbst vorzulügen, dass wir doch glücklich miteinander seien? Vielleicht warten wir einfach nur auf den Tag an dem wir uns ansehen und endlich das Gefühl: "Ich bin angekommen." fühlen. Meine Stimme ist zu belegt vom vielen schweigen und mein Kopf zu voll mit tausend Gedanken und Fragen, um einen richtigen Satz in Worte fassen zu können. Sag mal, siehst du mich manchmal auch so an, wie ich es tue? Mit aufmerksamem Blick, lauten Gedanken und leiser Stimme? Fragst du dich nicht auch, ob ich wirklich die bin, die du willst? Bist du verliebt in mich, oder hoffst du nur darauf, dass ich eines Tages an deiner Tür Klingel, du mich ansiehst und dir denkst, dass ich die eine bin? Fragst du dich dieselben Dinge wie ich? Manchmal legst du Nachts deinen Arm um mich und ich fahre die Adern auf deinen Armen und Händen nach. Dann denke ich an deine Worte, dass das mit uns perfekt wird, an dein Lachen und wie du mich manchmal ansiehst. Dabei mustere ich dich ganz nachdenklich und weiß einfach nicht, ob ich dir da rechtgeben kann. Dass du mit deiner Freundin mal zusammen ziehen möchtest, in eine Wohnung, noch größer als die, die du jetzt hast, mit einem schönen Garten und einem Hund, einer Bulldogge, erzählst du während du rauchst und ich eingehüllt in einer Decke sitze und die Sterne ansehe. Dabei klingt das Wort Freundin so fremd in meinem Ohren. Obwohl es das eigentlich nicht sollte. Dann halte ich deine Hand, küsse dich auf den Mund und sehe dich danach ganz lange an, versuche dieses Gefühl vom Verliebtsein in dir zu finden. Manchmal meine ich es gefunden zu haben. Aber eben nur manchmal 

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21 Mai 2012

hat schon schlimmer wehgetan



Liebling, ich habe dir einen Brief geschrieben. Er liegt in meinem Tagebuch. Du wirst ihn nie erhalten. Er erzählt von uns beiden, vom neuen Jahr und von gestorbener Hoffnung. Liebling, in diesem Brief habe ich dir gesagt, dass du jetzt noch Zeit hättest, dich zu entschuldigen, das du Zeit hättest mir alles zu erklären, aber auch, dass es irgendwann zu spät sein wird wiederzukommen. Irgendwann werde ich dich loslassen. Vielleicht nicht heute, nicht morgen, aber irgendwann. Und dann ist es zu spät, sich zu entschuldigen. Verstehst du, Liebling? zu spät wird es dann sein. 

07 Mai 2012

Mein Platz ist jetzt woanders



Sonst hast du immer ein Silberarmband getragen. Das von deiner Ex Freundin, deiner Ex Verlobten. Gina ist ihr Name. Fast 6 Jahre hast du das jetzt getragen und letztes Wochenende zierte dein linkes Armband eine Uhr, statt dein Silberarmband. Du trägst es meinetwegen nicht mehr, hattest du gesagt. Und ich hatte nur vor mich hingeschwiegen und nichts zu sagen gewusst. Dann hatten wir gestritten und ich habe weinen müssen und gemerkt, dass du vielleicht doch mehr für mich bist, als ich wahrhaben wollte.

Ich mag deine Hände und wie sich deine Adern auf ihnen abzeichnen, wie du lachst und besonders mag ich die Momente, in denen sich dein Alter viertelt und du auf einmal dieser kleine Junge bist, der sich wahnsinnig über die kleinen dinge des lebens freut. Dann könnte ich dir immer stundelang zu sehen, weil du dann immer besonders schön lachst und deine blauen Augen so leuchten. Ich mag es wenn du mir diese kleinen Küsse auf die Schulter gibst und mich so fest an dich drückst, dass es mir eigentlich schon wieder weh tut. Dann fragst du immer, ob du mir zu anhänglich wirst und ich schüttel meinen Kopf und drücke dir einen Kuss auf. Dann lachst du wieder. Ich mag es wie du nachts immer so unruhig schläfst, wie du wirres zeug vor dich hinredest, dich aufrichtest und wenn ich dich frage wonach du suchst, deinen arm um mich legst und ein leises "dich" in mein Ohr nuschelst. Ich mag wie dein Atem meinen Nacken streift, deine blauen Augen und wie du mich morgens manchmal einfach nur ansiehst meine Hand nimmst und mich dann schließlich küsst. Ich mag es neben dir einzuschlafen und wieder neben dir aufzuwachen und ich will auch gar keinen anderen Jungen mehr neben mir liegen haben, weil du mich glücklich machst. Und obwohl es mir so gut geht, wenn du bei mir bist, macht mir das ein bisschen Angst. Das macht mir Angst, weil ich dich vermisse, weil es anfängt das Lieben, das Verliebtsein. Der Kontrollverlust. Aber vielleicht ist das ok. Weil ich keine Angst habe zu springen. Weil ich schon so oft hingefallen und wieder aufgestanden bin. Du hast mir die Hand gereicht und den Schmutz von meinen Knien geklopft und das Loch in meiner Brust gefüllt und dafür bin ich dir sehr dankbar. 




30 April 2012

come on skinny love, what happend here?


Einmal, da stand eine Freundin neben mir, wir redeten ein wenig, über Diäten und dass sie ja nicht den Ehrgeiz dazu hätte, eine Diät durchzuziehen und dass sie ja zu fett sei. Dann sagte sie, dass sie so gern Magersüchtig wäre und ich hatte nur den Kopf geschüttelt und sie in Gedanken geohrfeigt. 

Das ist eigentlich der einzige Grund warum ich mal wieder eine Blogger Aktion zum Thema Magersucht gemacht habe, weil ich denke dass sich viele junge Mädchen, aber auch Jungen, dessen Folgen dieser Krankheit gar nicht im bewusst sind. Erst einmal ein riesen großes Dankeschön an all die vielen Mädchen die mir geschrieben haben, sich mir anvertraut und sich bereit erklärt haben, euch über dieses Tabu Thema zu informieren. "Leider" haben mir so viele Mädchen geschrieben, dass ich nicht alle Angebote annehmen konnte und mich für 3 Mädchen entschieden habe. Ich hoffe der Rest ist mir nicht böse! Die vier Mädchen habe ich gebeten einen Zusammenhängenden Text zu schreiben, der Fragen wie diese: 

Aus welchen Gründen würde(st) man/oder du magersüchtig?
Wird man von heute auf morgen magersüchtig, also beschließt man das richtig?
Hat man dann eigentlich keinen Apettit, oder zwingt man sich eher, nichts zu essen?
Wenn der Hunger vorhanden ist, tut man dagegen etwas?
hat man denn KEINEN appettit auf leckere sachen?
Merkt man das gleich, wenn man magersüchtig wird?
Hast du deinen Gewichtsverlust zu verstecken versucht?
Hat dein Umfeld gemerkt, dass du nichts mehr isst?
Was wenn ja? Wie waren die Reaktionen deiner Familie, Freunden?
Wie hast du es geschafft die Krankheit zu überwinden?
Was möchtest du Mädchen oder Jungen sagen, dessen wunsch es ist, an magersucht zu erkranken?

beinhaltet. Viel Spaß beim Lesen!


Erst einmal ‚Hallo’ an alle, die sich diesen Text durchlesen. Ich bin froh, die Chance zu haben, über meine Erkrankung zu berichten und über sie aufzuklären, weil viel zu viele sie unterschätzen.

Ich bin jetzt 16 ½ Jahre alt und bin/ war kein besonders krasser Fall der MS. Aber trotzdem leide ich immer noch unter den Folgen.

Warum ich magersüchtig geworden bin, lässt sich nicht in ein oder zwei Sätzen erklären. Es sind immer sehr viele unterschiedliche Dinge für eine Erkrankung verantwortlich. Jedoch der größte Grund war meine Wahnidee, durch Nicht-essen die Kontrolle über mein Leben zu bekommen, weil ich diese nie hatte. Außerdem habe ich Leistungsturnen gemacht, wo Gewicht immer ein großes Thema war. Auch hat Aussehen und Figur in meiner Familie immer eine große Rolle gespielt. Zudem war ich ein halbes Jahr in den USA. Ich bin damals gerade erst 15 geworden und habe scheinbar zu viel von mir erwartet. Und dann kam ich überhaupt nicht mit meiner Familie und dem Essen dort da, und hatte starkes Heimweh. (Falls jemand noch genauere Fragen zu den Gründen hat, kann er mich persönlich anschreiben, weil wenn ich es noch weiter ausführe, wird es sehr lang.)

Die MS entwickelt sich schleichend. Es gibt keinen Moment, ab dem man auf einmal magersüchtig ist. Ich wollte früher nie magersüchtig werden, weil viele, die ich kannte, nach der MS mehr gewogen haben als vorher, und das wollte ich nicht.

Der akute Ausbruch kam bei mir in den USA. Zuhause hätte ich gar nicht die Möglichkeit gehabt, untergewichtig zu werden, weil meine Mutter es sofort bemerkt hätte. Dort aber war ich alleine und es fiel erst nicht auf, weil auch meine Gastfamilie nie mit mir zusammen gegessen hat. Aber schon vorher in Deutschland hatte ich ein sehr krankes Essverhalten, es drehte sich alles nur um Gewicht, Diät und Essen. Vor meinem Auslandsjahr hatte ich extreme Panik vor einer Gewichtszunahme und habe versucht diese zu verhindern, indem ich viel Sport trieb und weniger aß: Ich nahm nicht zu, sondern immer weiter ab, bis ich es nicht mehr stoppen konnte. Ich bin 1,68m groß und habe immer zwischen 53 und 58 kg gewogen. Mein tiefstes Gewicht waren ungefähr 44kg. Meine Eltern haben erst nichts bemerkt, weil sie nur meinen Oberkörper über skype gesehen haben. Irgendwann hat meine Mama gefragt, ob ich abgenommen hätte, und ich habe gesagt, ja, ein bisschen. Ich habe auch nie versucht es zu verstecken, weil ich mich gar nicht sooo dünn war. In meiner Schule in Amerika liefen einige Mädchen rum, die so dürr waren wie ich. Jetzt weiß ich, dass ich damit auffallen wollte. Zuhause hat meine Mutter immer nach mir gefragt, meine Gastmutter in Amerika aber nicht. Es ist aufgefallen, dass ich abgenommen hatte, aber wirklich darum gekümmert hat sich in Amerika niemand. Und ich habe auch nie Mahlzeiten ausgelassen: immer Frühstück, Mittag und Abendessen, aber sehr wenig bzw. kalorienarm und viel Sport getrieben. Als ich aber aus dem Flugzeug kam, waren meine Familie und meine Freunde geschockt. Meine Mutter ist gleich mit mir zum Arzt, aber alle (auch ich) waren der Meinung, ich habe abgenommen, weil ich Heimweh hatte und dadurch keinen Hunger. Es war glaubwürdig und ich habe ja auch wieder angefangen zu essen. Dann war ich kurz danach drei Wochen im Krankenhaus zum Zunehmen und auch da, war ich noch fest davon überzeugt, dass ich keine MS habe. Das habe ich erst einige Zeit später begriffen. Sogar meine Eltern früher als ich. Die meisten meiner Bekannten sehen Essstörungen nicht als so schlimm an. Größtenteils wurde immer nur geschockt festgestellt, dass ich so dünn scheiße aussehen würde.

Nach dem Krankenhausaufenthalt habe ich noch weiter zugenommen und halte jetzt das Grenzgewicht von 51-52kg und fühle mich so wohl, will aber nicht weiter zunehmen. Seit einiger Zeit gehe ich zu einer Psychologin, die mir sehr hilft, vor allem mich selbst zu verstehen, damit ich nicht wieder auf das Nicht-essen zurückgreife. Ganz gesund bin ich nicht, weil sich Essstörungen nicht einfach in Luft auflösen, aber ich habe sie im Griff und weiß, was ich essen muss, um mein Gewicht zu halten. Dass ich gesünder bin als noch vor einem Jahr liegt vor allem daran, dass ich ein gutes Abitur machen will und danach studieren, was nicht geht, wenn man keine Kraft hat und sich nur mit Abnehmen beschäftigt und von

einem Arzt zum nächsten rennt. Ich verdanke sehr viel meinen Eltern, weil sie sich immer darum gekümmert haben, dass ich ärztlich versorgt bin und einsehe, dass ein Leben mit Magersucht keines ist. Während der akuten Krankheitsphase litt ich unter trockener Haut und dünnem Haar, extremer Kälte, Müdigkeit und Kraftlosigkeit. Auch das Sitzen war sehr unbequem, wenn alle Knochen heraustraten. Außerdem ist es schwer Klamotten zu finden, die passen und auch gut aussehen. Aber noch heute muss ich oft zum Arzt zum Blutabnehmen, weil meine Schilddrüsenwerte nicht stimmen. Und meine Hormonwerte sind auch nicht in Ordnung, weswegen ich jetzt die Pille nehme. Zudem habe ich durch meine Mangelernährung eine Laktoseintolleranz bekommen, womit zu leben echt hart ist! Die Beschwerden davon sind unglaublich unangenehm und es nervt extrem!

Einen Punkt habe ich bisher ausgelassen: Das Essen. Ich hatte IMMER Appetit. Ich habe nachts vom Essen geträumt und mit tagsüber vorgestellt, was ich demnächst alles esse. Ich bin in Läden gegangen und habe das Essen angeguckt bzw. gerochen – aber NIE etwas gegessen. Ich habe eine extreme Selbstbeherrschung, die mir in dem Punkt ‚zu Gute’ kam. Wenn man immer wenig isst, wird der Magen kleiner und kann weniger aufnehmen, weshalb man auch weniger essen muss, um satt zu sein. Trotzdem habe ich gehungert. Den Hunger habe ich probiert mit viiiiiiel trinken zu betäuben. Mein Tag begann meistens mit 1,5l Tee.

Mir ist wichtig, dass Mädchen und Jungen, die gerne magersüchtig werden wollen, dies nicht lesen, um darin Tipps zu finden. Deshalb werde ich auch gewisse Sachen nicht erzählen, weil die MS nichts Wünschenswertes ist!!! Ich hoffe, dass das verständlich ist. Man ist nicht ein Jahr magersüchtig und dann ist es vorbei. Das ganze Leben muss man höchst wahrscheinlich mit dem Scheiß kämpfen und leben. Und je länger man krank ist, desto mehr Lebensjahre gehen einem verloren. Ich kann die Zeit nicht nachholen, sie ist unwiederbringlich weg! Bitte seht das ein und holt euch auf jeden Fall Hilfe. Es ist nie zu früh oder spät. Denkt nicht, dass ihr noch nicht tief drin seid und alleine rauskommt: das schafft ihr nicht! Und je früher man dagegen ankämpft, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass man wieder, irgendwann, richtig gesund wird. =)

Ganz liebe Grüße, Pia

Ich hoffe, mein Bericht hat euch weiter geholfen. 


Hallo, ich hab keine Ahnung wie ich diesen Text jetzt anfangen soll, bzw. wie er weiterlaufen wird. Ich werde einfach mal Anfangen und somit über meine damalige Krankheit erzählen. Magersucht. Zuerst ein paar Informationen über mich. Ich bin 15 Jahre alt und meine Krankheit fing vor 2 Jahren an, mein Gewicht damals war 67 kg auf 1,76 Metern. Womit hat dieser ganze Teufelskreis der Sucht angefangen? Bei mir war es die Beeinflussung meiner Mitschüler. Sie sagten mir oft genug, dass ich doch zu dick wäre und da und da, an meinem Körper fett wäre und ich gefälligst mal abnehmen sollte. Ich hab‘s als Wahrheit aufgenommen, von Anfang an, weil ich mich selber nie als „dünn“ empfunden hab. Aber wirklich an mich ran hab ich diese Sprüche anfangs nie gelassen, weil mir meine 2 besten Freunde immer wieder gezeigt haben, dass ich es nicht bin, dass ich dünn und perfekt so sei wie ich bin. Nachdem die Attacken meiner Mitschüler aber immer stärker wurden, fing ich an mich im Spiegel zu betrachten. Ich sah an meinen Oberarmen, dass da was „schwabbelte“, mein Bauch war auch nicht der dünnste und von meiner Hüfte will ich gar nicht erst reden. Ich sah mich und meinen Körper und merkte, dass meine Mitschüler irgendwie doch Recht hatten, ich fand mich zu dick. Das ist mein Grund gewesen, dass ich mir gesagt habe, „ich muss abnehmen!“. Allerdings war es nicht so, dass ich gesagt habe „ Mein größter Wunsch ist es magersüchtig zu werden.“ Nein, das hab ich nicht, und das wird auch kein anderes magersüchtiges Mädchen sagen. Ich habe mir gesagt, dass ich abnehmen möchte. Ich habe mir somit einen Trainingsplan erstellt, jeden Tag 3 Stunden Sport und gesundes ernähren, dass hieß, Früchte und Gemüse und so wenig Kohlenhydrate und Kalorien wie möglich. Ich hab diesen Plan durchgezogen, sehr zielstrebig und ehrgeizig, allerdings hab ich für mich selbst viel zu langsam abgenommen und viel zu wenig Ergebnisse an meinem Körper gesehen. Laut Waage wog ich nach einem Monat täglichen trainieren gerade mal 2 Kilo weniger, was wie ich heute weiß, an der Muskelzunahme lag. Aber ich sah keinen Unterschied, ich sah nie das erhoffte. Außer, dass ich mehr Kondition bekommen hab und sportlicher wurde, aber das war mir relativ egal. Ich wollte abnehmen, dünn werden und mich wohl fühlen. Meine Freunde, wussten, dass ich abnehmen wollte und haben es auch erst mal so akzeptiert weil ich ja gesund abnehmen wollte. Ich habe ihnen auch weiterhin erzählt, dass ich mit meiner Trainingsplanmethode glücklich sei und ich mich selten besser gefühlt habe. Aber anstatt das ich weiter trainierte aß ich immer weniger, und wenn ich essen musste, weil meine Eltern mich dazu gezwungen haben, lief ich danach zum Klo und kotze es aus. Natürlich wusste ich, dass es kein guter Weg ist und das es meinem Körper schadet, aber ich hab mir gesagt, dass ich das ein-, zwei- bis dreimal machen würde und ich nach einem gesehenem Effekt aufhören würde und auch aufhören kann. Und ja, ich sah den Effekt, ich sah ihn schneller als ich gedacht hab, ich hatte innerhalb von einer Woche rund 3 Kilo abgenommen. Es machte mich froh, zu sehen wie meine Kilos nur purzelten, dass ich eine Methode gefunden hatte schnell abzunehmen. Und in der Zeit wurde es mir immer egaler, dass diese auskotzerei ein großes Ausmaß haben konnte. Ich zog es durch, aß gar nichts mehr zwischendurch, und übergab mich 3-mal am Tag und 27-mal in der Woche. Wenn ich mich im Spiegel betrachtete, fühlte ich mich von Tag zu Tag wohler. Ich sah, dass ich endlich dünner wurde. Nicht nur an meinem Gewicht Verlust, sondern auch daran, dass ich sah wie langsam meine Knochen zum hervorscheinen kamen und ich kaum noch Fett an meinem Körper sah. Natürlich bekamen meine Familie bzw. meine Freunde nicht mit, dass ich mich immer mehr abrutschte. Weil ich habe ja gegessen, vor deren Augen und das zu genüge. Irgendwann konnte ich aber nicht mehr freiwillig was essen, ich fing an mich vor dem zu ekeln was ich da in mich reinstopfte. Egal ob es eine Pizza, Nudeln, Reis oder nur ein Apfel war. Ich ekelte mich vor dem Essen und steuerte immer freiwilliger und unbewusster nach dem Essen die Toilette an. Und ja, es war unbewusst, klar wusste ich was ich da tu und ich wusste das ich so zum Abnehmen kam, aber es war mir anfänglich nie bewusst, dass ich wirklich in die Magersucht steuere. Nach 3 Monaten, sah ich das erste für mich erfreuliche Ergebnis, ich wog nach 3 Monaten 42,7 Kilo. So steht es in meinem Buch, ich hatte mir ein Buch angelegt in dem ich alles genau reinschrieb, alles. Was ich gegessen habe, wie viel, wie viele Kalorien es hatte und wie es mir nach dem erbrechen ging. Es war für mich wie ein Führen eines Tagebuches. Ob ich versucht habe meinen Gewichtverlust zu verstecken? Indirekt ja. Ich trug im Sommer weite Pullis und Boyfriendjeans, aber das kannte man von mir, weil ich immer gefroren hab, immer. Deshalb war’s nie eine auffällige Sache für alle. Wie mir dann klar wurde das ich Magersüchtig bin? Das hat mir mein bester Freund klar gemacht. Nach ca. 5 Monaten vorspielen und rumlügen, dass es mir gut geht und ich keine Probleme hab, gab mein Körper nach. Ich kippte jeden Tag um, mir wurde immer wieder in jeder Situation schwindelig und konnte mich nicht mehr wirklich auf den Beinen halten. Das war schwer zu verstecken. Da ich meine Schwächeanfälle ja nicht planen bzw. merken konnte, ich kippte in der Schule oder zuhause bei meinem besten Freund um. Klar war, ihm fällt das auf, er merkt das was nicht stimmt. Und genau so war es, er merkte relativ schnell, dass ich ein Problem hab. Er sah wie blass und bleich ich war. Was für Augenringe ich hatte und später auch wie knochig ich doch geworden bin. Er konnte mich aber nie wirklich drauf ansprechen, bis er eines Tages als ich mal wieder umgekippt bin, gesehen hat, was für Narben ich an meinen Armen hatte. Ja, ich hab mich geritzt, mir ging es nicht gut, aber ich konnte es mir nie selber eingestehen, weil eigentlich hätte es mir ja gut gehen können, ich hatte abgenommen und das sehr erfolgreich, aber ich fühlte mich nicht mehr wohl, ich konnte nicht mehr, konnte aber auch mit keinem reden, weil ich mir selber nie eingestanden hatte das ich wirklich krank bin. Ja, er hat es gesehen, und ab dem Punkt konnte er nicht mehr schweigen wie er mir selber später gesagt hat. Er fragte mich was das solle, wieso ich mich so runterhungern musste, wieso ich all das gemacht habe. Ich konnte keine antwort drauf geben. Daraufhin wurde er lauter, schlug um sich, ist vollkommen ausgerastet, fragte mich ob ich wirklich sterben möchte, ob ich es wirklich möchte, ob ich möchte, dass er mitstirbt weil er ohne mich nicht kann. Ob ich wirklich so viele menschen verletzten möchte und ohne mich leben lassen möchte, nur wegen ein paar Mitschülern die keine anderen hobbies hatten und mir scheisse an den Kopf werfen mussten. Wegen Menschen die mir nichts bedeuten sollten. Ob ich das wirklich möchte. Obwohl ich noch nicht mal dick war. Da wurde mir klar, dass ich kurz vor dem Tod stand, das ich in einem Teufelskreis steckte der mich und mein Leben zerstört hat. Ich brach zusammen und wusste, dass ich Hilfe brauche. Es war der 17.08.2010, ich wog nur noch 36 kilo und hatte einen BMI von 11,6, um es zu verdeutlichen, normal ist in dem Alter 16 – 23. Es war eine sauschwere Zeit aus diesem Teufelskreis heraus zu kommen, zu schwer. Ich musste es schaffen, Essen wieder anzunehmen, nicht mehr aufs klo zu rennen und meine Selbstzweifel abzustellen. Mein bester Freund und meine Eltern haben mir geholfen, hätten sie es nicht getan, hätte ich es nie geschafft. Sie schlossen alle Badezimmertüren bis 2 Stunden nach dem Essen ab, weil man später nicht mehr das gegessene erbrechen kann und sie kontrollierten alle meine Bewegungen und Arme. Durch sie habe ich es geschafft, einer Klinik in die ich eigentlich hätte gemusst zu „entkommen“ und es selber zu schaffen wieder zuzunehmen. Allerdings lief das in einem langen Zeitraum ab, es zog sich und ging nicht so schnell wie das abnehmen. Heute kann ich sagen, ich bin gesund. Das kann ich allerdings erst seit 2 Monaten sagen, weil noch viel zu viel passiert ist was mich nicht weiter ermutigt hat mit der Vergangenheit abzuschließen. Meine beste Freundin, welche 248 Kilometer von mir entfernt wohnte ist gestorben. Woran ? Magersucht. Und ich habe unter extremen Schuldgefühlen gelitten. Verständlich denke ich, weil ich es selber durch gemacht habe. Aber ich bin die jenige die sie am besten verstehen konnte, wieso sie sich bei keinem gemeldet hat, weil sie es sich nicht eingestanden hat. Ich kann und konnte sie verstehen, wusste aber gar nicht erst das es überhaupt Anzeichen gab, weil ich sie selten gesehen hab und ihre Eltern tot sind, und sie somit keinen hatte der wirklich vernünftig etwas erkennen konnte. Auf jeden Fall, kann ich sagen, dass ich nach 2 Jahren Quälerei vor 2 Monaten das erste Mal wieder ernstgemeint lachen. Ich sage von mir selbst, dass ich gesund bin. Ich wiege bei einer Größe von 1,78, 58 Kilo, das ist ein BMI von 18,3 der normale BMI liegt bei 17-25. Somit kann ich sagen, ärztlich bin ich gesund, und bis ich das alles verarbeitet habe dauert es noch was, klar aber ich hab es geschafft und das ist das was zählt. Was ich den Lesern die gerne magersüchtig werden wollen sagen kann? erstens, kein Mensch sagt, wie ich schon gesagt habe von sich selber das er gerne magersüchtig werden will, dann ist da kaum was ernstes hinter, meistens. Sondern sie sagen sie wollen abnehmen. Da der Tipp an Freunde, wenn ihr das hört, guckt erstmal wie dünn die Person ist und dann verfolgt das abnehmen, wenn es irgendwann zu viel wurde, dann redet mit der Person und mach ihr so gut wie möglich, egal wie klar, dass sie sich damit schneller als gewollt das Leben nehmen kann. Und ich denke ich kann nicht viele tipps geben, weil jeder ist selber verantwortlich für das was er tut, und Leute die wirklich abnehmen wollen hören auch nicht auf solche Texte und Worte, von fremden Menschen, aber was ich sagen kann, ist : Du bist du! Scheiss drauf was dir andere Menschen sagen, scheiss drauf wer dich hässlich findet oder so , wenn du glücklich mit dir bist, dann bleib so, jeder hat was am Körper was ihn stört aber das sind Dinge, die jeden doch erst zu dem machen was sie sind, zu einem Menschen. Macken hat jeder. Selbst ein Mensch mit dem Maßen 90-60-90 ist nicht perfekt, keiner ist perfekt. Sei du selbst, weil so bist du gut. Hör immer auf das was dein Herz dir sagt und nicht darauf was andere meinen. Und wenn du abnehmen möchtest, tu es gesund, man kann abnehmen auch wenn man isst, auch wenn man 3 Mahlzeiten am Tag isst. Man muss nicht hungern. Und wenn man angefangen hat, liegt zwischen lebendig und tot ein ganz kleiner Raum, entweder man schafft es in die lebendige Richtung oder nicht, dann ist es zu spät. Ich wünsche es keinem, ich wünsche keinem so was wie ich gehabt hab, aber ich weiß ich bin nicht die einzige die Magersüchtig war. Jeder kann es schaffen, jeder, er muss es nur wollen, sich selber eingestehen und jeder muss die richtigen Menschen haben, und die hat normalerweise jeder. Du bist gut so wie du bist und musst dich für keinen verbiegen oder verändern, erst recht nicht für dich selbst. Du kannst alles schaffen.


Ich habe schon sehr früh gemerkt das ich nicht die Person bin die viel isst. Ich war nie dick und hatte nie Probleme mit meinem Körper. Doch als ich 14 wurde wusste ich das irgendwas anders ist. Es könnte eventuell daran liegen das ich in der 8-9 Klasse nie wirklich Freunde hatte sehr viel 'Scheiße' gebaut habe und mich hässlich und zu dick an manchen stellen fand. Ich würde jetzt nicht behaupten das mann beschließt magersüchtig zu werden nur man kommt irgendwann an einen Punkt wo man sagt ich will nicht mehr essen, ; bestimmt werde ich dann dünner ich werde geliebt und akzeptiert! Mit 15 hatt es zuerst langsam angefangen, habe Süßigkeiten weggelassen, nach und nach habe ich morgens nichts mehr gegessen in der Schule nicht und mittags auch nicht. Eventuell abends ein bisschen damit es meinen Eltern nicht auffällt. Es wurde so schlimm das ich Hunger hatte regelrechte Attacken wo ich essen 'musste' nur kam davon nie etwas in meinem Magen an, weil ich es relativ oft wieder ausgebrochen habe. Ich habe versucht es zu verstecken , versucht das man es mir nicht ansieht. Ich habe auch im Sommer oder wenn es wärmer wurde nie kurze Sachen getragen aus der Angst verspottet zu werden. Meine Familie fand es etwas merkwürdig hat aber zu meinem erstaunen nie etwas gesagt. Das ging noch ein paar Monate so weiter bis ich nur noch mit einer Körpergröße von 1,64 vielleicht grade 38, 40 kg wog. Ich kann es mir selbst nicht erklären aber es kam die Einsicht das ich so nicht weiter Leben kann und da ich nicht den Mut hatte mich irgendwem anzuvertrauen habe ich es selber in die Hand genommen und ich muss sagen ich habe es Relativ gut überstanden ich habe Tag für Tag 'gelernt' wieder zu essen. Nun bin ich 16 vor ein paar Monaten hab ich das gleiche wieder durchgemacht, ich hatte gedacht ich habe es überwunden aber so war es nicht. Meine Freunde haben natürlich sofort gemerkt das mit mir irgendwas nicht stimmt ich war verschlossen nicht mehr so 'crazy' wie mich jeder kennt, habe sogar in der Schule mein essen wieder ausgebrochen. Es ist nicht schön rumzulaufen als würde man jeden Moment zusammen klappen. Eigentlich bist du nur noch eine Körper der funktionieren muss du läufst nur noch durch die Welt und musst funktionieren. Du fühlst dich Fett und von der Menschheit verachtet. Mir ging es in der Zeit unglaublich Scheiße, aber wenn man den Willen hat und an sich glaubt dann schafft man auch diese Krankheit zu überwinden, zu mindestens war dies bei mir so. Ich wollte keine Ärzte Kein Mitleid oder ehnliches ich habe mich hässlich gefunde, zu dick aber genau das ist es worauf es ankommt wenn du dich nicht so liebst wie du bist kannst in genau sowas reinrutschen. Ich hab gelernt mich so zu akzeptieren wie ich bin ich wiege Mitlerweile 45 ich habe immernoch Untergewicht aber ich habe mich und meinem Körper akzeptiert und ich möchte nie wieder soetwas erleben. Ich kann nur sagen das, dass alles auch schlimmer ausgehen kann, also hört auf euch fertig machen zu lassen, steht zu euch und lasst euch von keinem Reinreden. So wie ihr seit ist es Perfekt und die die euch kennen lieben euch wie ihr seit. Sich zu akzeptieren darauf kommt es an.



15 April 2012

home(less)



Ich starre in den dunklen Sternenhimmel, du liegst neben mir, eingehüllt in deiner beigen Fleecedecke, aber mit dem rücken zu mir. Dass du dich verpissen sollst, habe ich zu dir gesagt und du hast mir nur tonlos den Rücken zugedreht. Und dann hat es mir schon wieder leid getan, dass ich das zu dir gesagt habe und ich mag dein schulterblatt küssen und dir sagen, dass es mir leid tut und dir von damals erzählen, warum ich vielleicht so bin, wie ich geworden bin. Stattdessen liege ich regungslos dort, zähle die Sterne und lausche deinem Atem. Dein Atem wird ein wenig schwerer und du nuschelst irgendwas vor dich hin, was ich aber nicht verstehe. Ob du schläfst, frage ich, aber es kommt nichts zurück. Dann piekse ich in deinen Rücken und frage ob du böse bist auf mich. Ein "mh", ertönt aus der Richtung in der du liegst und ich schaue wieder in den Himmel. Ich will dir sagen, dass du dich doch wieder zu mir drehen sollst, dass du deinen Arm um mich legen sollst und dass ich dich doch vermisse, auch wenn du nur ein paar Zentimeter von mir liegst. Dann schließe ich die Augen und mir fehlt, wie dein Atem meinen Nacken streift, wenn wir einschlafen. Dass ich anders sei, hattest du gesagt, als du meine Hand genommen hast und wir zum Zigarettenautomaten liefen. Und ich habe gefragt warum und du hast nur mit den Schultern gezuckt und gesagt, dass es dinge gibt, die man einfach so hinnehmen muss und dass manche Dinge einfach nicht zu erklären sind. Dann grinst du und drückst mir einen Kuss auf die Stirn.

Wenn ich dich ansehe und du lachst, kriege ich wieder, dieses warme Gefühl,
dass alles gut wird. Wie naiv, vielleicht bin ich verliebt

25 März 2012

im grunde genommen, weiß ich gar nicht was ich will



Und dann esse ich ein Kinder Pinoccioeis und du trinkst einen Eiscafe und ich trinke aus deinem Strohhalm und verziehe das Gesicht, weil ich Eiscafe nicht mag und das Pinoccioeis schmeckt auch nicht, weil die erste Kugel Straciatella ist und Pinoccios Augen Smarties sind und die mag ich auch nicht. Und dann guckst du mich immer ganz oft an und lachst mir entgegen und ich muss sagen dass das ganz schön aussieht, ich mag dein lächeln von treffen zu treffen mehr, auch wenn dein rechter Schneidezahn ein bisschen schief ist. Ich mag deine Augen, die sind blau und blaue Augen sind schön und blonde haare mag ich auch. Aber anstatt dir entgegen zu lachen, frage ich immer verlegen: "was?" Und dann sagst du immer, dass ich mehr lächeln sollte, weil das schöner aussieht, als wenn ich immer so böse gucke. Dabei gucke ich gar nicht böse, sondern denke nach, aber das sage ich nicht, weil du mich dann fragen würdest, worüber ich nachdenke und dass willst du gar nicht wissen. Und ich mag wie du riechst, jean paul gaultier. Ich mag wie du dich manchmal wie ein kleines Kind freust, wenn du auf deinem Ipad rumspielst, wie du mich morgens kitzelst, auch wenn ich immer hör auf hör auf, rufe zwischen dem gekichere deinen namen sage und deine Hände festhalte, damit du doch endlich aufhörst. Ich mag, wie du mich kleine nennst und mit deinem Finger die konturen meiner Lippen nachfährst um mich im Endeffekt zu küssen. Ich mag wie du im Schlaf wirres Zeug redest, weil ich darüber dann immer lache und du davon am nächsten Tag nichts mehr weißt, ich mag wie du mir den Handrücken streichelst, wie du mein Schulterblatt küsst und mir die Haare aus dem Gesicht streichst um meine Stirn zu küssen. Ich mag deine Arme und dass deine Adern an deinen Händen ein bisschen hervortreten. Gestern, da habe ich weinen müssen und du hast nichts gesagt, nur das es ok ist dass ich weine, dass du es schön findest, dass ich mal Gefühle zeige und nicht mehr so tue als sei ich unnahbar. Ich sei Wundervoll hast du gesagt, dass ich gut bin, so wie ich bin. Du hast nicht nach dem warum gefragt, sondern mich einfach nur fest an dich gedrückt und gewartet.  

Das habe ich besonders gemocht. 

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19 März 2012

Last night I slept with a stranger



Dann sitze ich im Zug und fühle mich dreckig und eklig, weil ich fremdgegangen bin. Weil ich mich betrogen habe, weil ich meinem Herz gesagt, habe dass es Anfangen soll ihn zu lieben und nicht mehr dich und obwohl mein Kopf doch weiß, dass ich das doch eigentlich darf und frei bin, sagt mein Herz dass es falsch ist und lässt mich nicht glücklich sein.

Seine Auge sind blau. Deine sind Braun. Und seine Haare sind Blond und deine sind Braun. Du hattest ein schwarzes Bettlaken und seines war Orange. Und dann denke ich dass seine Bettwäsche nach dir riecht, nach deinem Waschmittel, aber vielleicht bilde ich mir das auch nur ein, weil ich eigentlich schon gar nicht mehr weiß, wie deines gerochen hat. Als ich letzten Sonntag im Zug nach Hause fuhr hat in Hannover auch alles nach dir gerochen, besonders die Soldaten die an mir vorbeigingen. Dann habe ich dort gesessen, geweint und ein bisschen über mich gelacht. Gelacht darüber, dass ich wegen eines Geruches im Zug saß und heulte, wie ein kleines Mädchen, dessen Lolly in den Sand gefallen war. Ich habe nicht über die Tatsache geweint, dass jetzt wirklich alles vorbei war, sondern nur wegen eines beschissenen Geruches. Ein Mann liegt neben mir und eigentlich ist er mir fremd. So fremd, wie ich mich in mir selbst fühle, weil ich dort liege und doch eigentlich weiß, dass ich hier nicht liegen sollte. Ich habe die Decke ein Stück unter meinen Kopf gelegt, so als wäre die Decke dein Brustkorb, aber dein Herz schlagen hören, habe ich auch nicht. Ich habe nur seines gehört. Ich habe versucht dich zu vergessen, für einen kleinen Moment. Dich zu überdecken. Seine Berührungen waren überall dort, wo du auch deine hattest, aber doch waren sie nicht dieselben, hatten nicht die Vetrautheit, nicht die Liebe. Es waren eben nur Berührungen, die mich nicht berührt haben. Er hat mich nicht angesehen, so wie du es gemacht hast und mir gesagt, dass ich auch ungeschminkt schön aussehe, hat er auch nicht. seine Küsse haben nicht nach deinen geschmeckt und als er mir den Hals küsst und mir über das Gesicht streicht, starre ich an den schwarzen Fleck an der weißen Decke und denke an dich.


18 März 2012

not longer yours




Ich bin über den Parkplatz gelaufen, der von dem Kaufland, letzten Sonntag, weil ich noch eine halbe Stunde hatte, bis der Zug nach Hause kam. Eine Sms habe ich dir geschrieben, um 13:31, obwohl ich doch eigentlich wusste, dass du nicht kommen würdest. Ab und an habe ich mal durch die Gitterstäbe des Parkhauses gespäht und dich draußen gesucht, ob du nicht vielleicht am Bahnhof stehst und mich nicht findest, oder vielleicht grade die Straße von dem Park heruntergelaufen kommst. Aber du hast nicht am Bahnhof gestanden und du bist auch nicht die Straße vom Park heruntergelaufen. UND JEDER IN DIESEM  SCHEIß PARKHAUS SCHIEN DAS SCHEIß WASCHMITTEL ZU NUTZEN WAS IHR AUCH BENUTZT, oder wonach du immer gerochen hast. Das hat mich zum weinen gebracht und ich frage mich, ob es irgendwem zwischen all den Leuten aufgefallen ist, aber ich denke nicht. Dann bin ich irgendwann zum Bahnhof gelaufen und .. du warst nicht da. Ich habe mich umgesehen und weder zwischen all den Leuten, noch in der Ferne konnte ich dich finden. Dann habe ich den Ring in den Graben von den Gleisen geworfen, zu den Turnschuhen und dem Regenschirm. Na den Infinity-ring, oder wie du mich dann so schön verbessert hast den eternity-ring. Ich habe ihn immer getragen, wie ein Versprechen, weißt du? Es tut mir leid, ich hab's gebrochen. Na ja, wobei .. vielleicht tut es mir auch nicht leid. Aber das ist so egal, wie ich es dir bin. Ich wusste zwar dass du nicht da sein würdest und ich habe trotzdem geweint und mit jeder Minute in der der Zug näher rückte, desto mehr habe ich geweint. Dann kam der Zug und ich habe ein letztes Mal zurück geschaut und die Augen geschlossen und als ich sie wieder aufgemacht habe, rannen mir ein paar Tränen die Wangen runter und die Sonne hat mir ins Gesicht gelächelt, so als wollte sie sagen, dass es Zeit für einen Neuanfang war. "tschüss, bis nie" habe ich leise zu mir gesagt. Das habe ich mir mit jedem Meter versprochen, mit dem ich mich von dir entfernte.

TSCHÜSS, BIS NIE

10 März 2012

Schmetterlingskotze schmeckt nicht, weißt du




Es ist als würde ich vor einem Abgrund stehen und springen wollen, obwohl ich doch eigentlich weiß, was mich am Ende des Abgrunds erwartet. Das Ende. Aber dennoch schließe ich die Augen und springe, weil ein kleiner Teil meines Herzens hofft, dass unten jemand auf mich wartet. Und dieser jemand bist du.
Ich bin immer noch dasselbe Mädchen wie vor ein paar Monaten. Das mit den dunklen Haaren, die manchmal ein bisschen verwuschelt aussehen, mal ordentlich glatt sind. Die mit den braunen Augen, die manchmal Rot auf den Lippen trägt und nach Vanille duftet. Und auch sonst hat sich nicht viel geändert. Es ist ein bisschen wärmer geworden, aber du bist kalt geblieben, kommst nicht mit dem Frühling, bleibst im Winter. Aber das macht nichts. Du würdest den Winter mögen, hattest du einmal gesagt. Einige Dingen sind gleichgeblieben. Meine Gefühle. Na die für dich. Ich fange immer noch auf Seite 16 an zu weinen, wegen dem Bild welches dort klebt. Wir stehen am Bahnhof und du guckst in die Ferne und lächelst. Wo hast du hingesehen, in unsere Zukunft? Welcher Gedanke steckte hinter dem Lächeln, welches Gefühl? Sicher ein schönes, denn so hast du ausgesehen. Schön. Die 15 Minuten die ich zur Schule fahre, aber auch zurück, habe ich Musik in meinen Ohren und dich in meinem Kopf. Und jeden Schultag um 20 vor Zwei steht die Ampel an der Kreuzung auf Rot, wenn der Bus um die Ecke biegt. Das hat sie schon damals, als noch alles gut war. Und wenn ich dann schon aus der Ferne den roten Punkt erblicke, weiß ich dass ein kleiner Teil meiner Welt eben doch noch in Ordnung ist und sich nicht verändert hat. Dann verlässt ein Lächeln meine Lippen. Aus den Augenwinkeln sehe ich dann immer wie der Busfahrer über den Rückspiegel zu mir sieht und für einen kurzen Moment lächelt er dann auch. Warum ich denn so traurig aussehe, hatte er einmal mit seinem grauen Bart und seinen blauen Augen gefragt und ich hatte nur gelächelt und die Schulter hochgezogen. Er würde nur dasselbe sagen, so wie alle anderen. Aber das will ich nicht hören. Ich trage einen anderen Mantel, einen schwarzen mit weiten Ärmeln. Nicht mehr den dunkelblauen den du kennst. Und auch sonst trage ich mehr schwarz, obwohl doch bald Frühling ist und dann kommt bald der Sommer und im Spätsommer, da haben wir uns gefunden. Der Baum der vor meinem Fenster steht und wenn es regnet leise an mein Fesnter klopft, hat wieder grüne Blätter und Kätzchen hängen an ihm, die habe ich damals als Kind immer gepflückt, weil sie so weich waren. Im Garten habe ich sogar schon ein paar Krokusse entdeckt, sie warten nur auf die Sonne und ich habe mich gefragt wann sie wohl wieder scheinen wird. Strahlend und warm. Danach habe ich mich gefragt wann ich wieder Lachen kann, ehrlich und schön. So vom Herzen. Boots habe ich mir gekauft, statt Sommerschuhe. Schwarze. Sie ähneln ein bisschen deinen, aber das ist mir erst aufgefallen als ich schon zuhause war. Nur einen Reißverschluss, den haben sie nicht. Ich laufe viel öfter ungeschminkt rum, weil ich dann immer an dich denke, wie du auf deinem Bett gesessen hast und nur darauf gewartet und gepocht hast, dass ich mich abschminke. Ein rotes Handtuch hast du mir gereicht. Rot wie meine Lippen war es und dann hast du gesagt, dass ich auch ohne Schminke schön aussehe. Und das habe ich dir sogar geglaubt und mich irgendwie auch schön gefühlt. Die anderen sagen, dass ich krank und müde aussehe. Aber das macht nichts, weil ich ja irgendwie auch krank bin. Aber gesund werden will ich auch nicht. Ich schaue, wenn ich über die Straße laufe, nicht mehr so oft nach Links und Rechts. Es traut sich doch eh keiner mich zu überfahren. Meine Schultasche packe ich auch nicht mehr. Ich trinke nicht mehr so viel Volvic Apfelwasser, sondern Orangensaft. Ich gehe viel öfter feiern, irgendwie gezwungener Weise und immer in den Momenten wo ich eigentlich spaß haben sollte, schaue ich mir die anderen Jungs an und denke an dich, frage mich warum liebe ich dich eigentlich? Oder was hast du, was all die anderen Männer nicht haben? Klar, mein Herz. Aber was ist es noch? Ist es die Art wie du mich zum Lachen gebracht hast, wie du für mich da warst? Waren es die schönen Worte? Was hatten deine Augen, was ich in all den anderen Augen vergebens suche? Was unterscheidet dein Lachen von all den anderen? Und was ist, wenn ich gar nicht weiß, warum ich dich liebe. Ist das dann schlimm? Was ist bei dir anders geworden? Ist dein Bettlaken noch das Schwarze, das Handtuch das rote? Machen deine Mitbewohner immer noch so viel krach, liegen die Briefe noch auf deinem Regal, oder sind sie längst vernichtet? Trägst du das Armband noch, oder die Kette die ich dir mal geschenkt habe? Denkst du manchmal an mich, wenn du durch die Straßen läufst. Glitzern deine Augen noch wenn du lachst? Glitzern sie wenn du an mich denkst, oder glitzern sie längst für jemand anderes? Steht das Haus noch zu Verkauf? Vermisst du mich manchmal, oder vermisst du mich so wie ich dich vermisse? Wenn ich mir das in Seifenblasen ausmale sieht das alles ganz schön aus. Aber dann kommst du mit deinen scharfen Worten und machst sie kaputt. Wenn ich ein paar Gläser Jim Beam mit Cola trinke, tun sie nur halb so doll weh, aber ein leichtes stechen in der Brust spüre ich trotzdem und dann trinke ich noch ein Glas. Solange bis mich der Klomann raussschmeißt und ich die Klospülung drücke in der Hoffnung, dass ich ein paar dieser Schmetterlinge runtergespült habe. Danach esse ich ein Kaugummi. Schmetterlingskotze schmeckt nicht, weißt du. Wieso machst du jetzt alles zunichte? Warum nimmst du all den Bildern ihre Farbe, warum ist jetzt alles schwarz-weiß? Warum bin ich nicht mehr das Mädchen, dass du heiraten willst, wofür du töten würdest. Warum bist du nicht mehr hier, obwohl du gesagt hast, dass du nicht gehen wirst? WO BIST DU. 400 Kilometer weit weg, ich weiß. Dort sitzt du hinter irgendeinem Fenster, aus welchem ich immer den Bäumen zugesehen habe, wie sie sich im Wind wogen, als du noch geschlafen hast. Die Vögel haben gezwitschert. Und die Sonne hat sich mühsam durch die Jalousie gedrängt. Irgendwann bist du dann aufgewacht und ich habe mich an dich gekuschelt und meinen Kopf auf deine Brust gelegt, dann hast du meine Stirn geküsst. Und soll ich dir mal was sagen. Du bist der erste gewesen, der meine Stirn geküsst hat und meine Nasenspitze. Aber irgendwie haben all diese kleinen Momente einen bitteren Nachgeschmack, weil du sie eben so hässlich gemacht hast. Was wolltest du damit erreichen? Dass es einfacher wird, dass ich dich hassen kann? Aber das Schlimme daran ist, dass ich all diese Schmetterlinge und Träume nicht loswerde. Manchmal wünschte ich, dass ich sie in einen Luftballon packen könnte, der mit Helium gefüllt ist. Auf eine Karte schreibe ich dann meinen Traum und befestige diese mit einer Schnur am Luftballon. Dann lauf ich zum Ölberg hoch auf die Spitze, schließe die Augen, zähle bis drei und dann lasse ich meinen Traum los, damit ihn irgendjemand findet und den Traum weiter träumt. Aber wenn ich dann wieder auf den Hof gefahren komme, weht einsam und verlassen mein Luftballon in der großen grünen Tanne, die drüben im Garten steht. Natürlich ist es die mit den weichen Nadeln, warscheinlich weil sie weiß, dass ich meine Träume nicht loslassen kann. Dann weht der Wind einmal ganz kräftig, so als wolle er sagen, dass man seine Träume doch beschützen muss und ich klettere die Tanne hinauf und hole meinen Luftballon ab. Dunkelblau ist er, wie dein Zimmer. Die Karte mit dem Traum hat dann ein paar Flecken und die Tinte ist vom Regen verwischt. Das sind die Zweifel, ob Träume auch wirklich in Erfüllung gehen. Ich wünschte ich wäre die Hälfte von dem was dich ausmacht oder du wärst nur ein kleines bisschen mehr wie ich. Deine Welt ist ein bisschen grau, ein bisschen wie deine Bilder die du immer malst. Aber sie sind schön, nur manchmal würde ich das Lächeln auf dem Bild was du für mich gemalt hast, wegwischen. Einige Zeit hing das Bild noch in meinem Zimmer, aber irgendwann habe ich es abgehangen, weil ich an einen Satz denken  musste. "i dont draw what i see, i just draw what i feel." Und du, du fühlst mich nicht mehr. Deswegen ist es weg. Meine Welt ist bunt, sie glitzert und riecht nach Vanille und schmeckt nach Erdbeeren mit Schokolade überzogen. Sie ist voller Zuckerwatte und Seifeblasen. Und wenn ich von der Wolke Sieben falle, lande ich auf dem Wasserbett und puste weiterhin Seifenblasen und Träume in die Luft. Weh tut mir nichts. Mein Denken ist ein anderes. Nicht mehr wie vor ein paar Wochen oder Monaten. Ich habe endlich zugehört. Das alles war wie Mathematik für mich. Ich bin in Mathematik nicht gut, da brauche ich Nachhilfe. Dort sitze ich dann immer, eine Stunde lang und sage zu allem Ja und Amen, was der gute Mann vor mir, mir versucht zu erklären. Ich nicke und gebe laute wie "ja" und "mhm" von mir. Weil ich weiß dass er recht hat. Manchmal verstehe ich Mathematik, manchmal nicht. Und meistens kann ich ein Thema bei der Arbeit dann nicht. Nur komischerweise, wenn die Arbeit geschrieben ist, verstehe ich das Thema, immer dann, wenn alles zuspät ist. Ich habe die Dinge verstanden, bei denen du immer sagtest dass ich nur hin und nicht zuhören würde. Und eigentlich war es ganz einfach. Ich habe es nie verstanden, aber wenn ich x und y vertauscht habe, wurde mir auf einmal alles klar und ich fragte mich wie ich das alles nicht verstehen und sehen konnte. Wie ich nie die Bitte hinter all den Distanzierungen gesehen habe. Dass ich nie den Wunsch hinter all den Denkanstößen sah und alles disskutierte, hinterfragte. Wie ich dir immer glaubte, wenn du sagtest du seist der Idiot gewesen. Und wie für mich immer alles in Ordnung gewesen war und nie das Chaos sah, welches ich bei dir angerichtet habe. Manchmal da habe ich noch deinen Duft in der Nase, eine Mischung aus Waschmittel und Zigaretten. Aber wenn ich mich umdrehe, blicke ich nur in fremde Gesichter und nicht in deines. Glaub mir, du bist das Beste für mich gewesen und manchmal macht mir das kleine Herz an meinem Handgelenk ein bisschen Angst. Macht es dir nicht auch irgendwie angst, dass wir in 20,30,40 Jahre noch aneinander erinnert werden? Ich werde mich in 20,30,40 Jahren fragen, was wohl aus dir geworden ist, wie es dir geht, ob du glücklich bist. Und das Schlimme daran ist die Erkenntnis, dass ich mir all diese fragen selbst stellen werde und nicht dir. Für mich ist es wie ein Versprechen. Guck mal auf das heutige Datum, an was erinnert dich das? Ich trage mein Handy nicht mehr immer bei mir. Bekomme kein Herzklopfen mehr, wenn ich einen Anruf in Abwesenheit habe und wenn ich eine Nachricht in meinem Postfach habe, weiß ich auch, dass sie nicht von dir ist. Und eigentlich will ich dir auch nur ins Gesicht schreien und dich an deinen Schultern schütteln, damit du aufwachst. Damit der Winter zum Frühling wird. Damit die Antarktis endlich wieder ihre Polarlichter bekommt, weil die so schön anzusehen sind. Damit du endlich wieder erkennst, dass ich die richtige für dich bin. Damit du stolz auf deine tattoos bist. Damit sie dich an das Schöne erinnern. Denn es gab schönes und das kannst du nicht abstreiten, denn sonst würdest du die Tinte nicht unter deiner Haut tragen, wenn das alles nicht doch ein wenig schön war. Und was die hässlichen Worte angeht. Die glaube ich dir nicht. Du warst nicht du, als du das gesagt hast, aber vielleicht habe ich dich nie richtig gekannt. Aber vielleicht liest du den diesen Text hier grade und ich möchte dir nur sagen, dass das alles keine Vorwürfe gegen dich sind, ok? Das sollst du nur wissen und vielleicht möchtest derjenige sein, der mich an den Schultern schüttelt und mir ins Gesicht schreit, dass ich doch endlich aufwachen soll, weil du schon lange wach bist. Weil du schon immer wach warst. Du kannst sie mir ins Gesicht sagen, all den Hass, all die Verachtung. Sag mir dass ich wie der Rest der beschissenen Menscheit bin, dass ich dir immer egal war, dass ich dir nie etwas bedeutet habe, dass du mich nicht zurück nimmst. Aber weiche meinem Blick nicht aus, wenn du mich mit Worten steinigst. Sieh mir dabei wenigstens ins Gesicht, in die Augen. Du sollst sehen was sie in mir anrichten. Dann wird meine Sicht verschwimmen und dann werde ich mich umdrehen und gehen und dann komme ich ganz bestimmt nicht wieder zurück. Dann bist du mich endlich los, dann bist du endlich frei. Versprochen. Meine Hoffnung würde fatal für mich enden, hattest du einmal geschrieben und du hast recht, vielleicht muss sie das auch. Vielleicht muss sie das, wenn auch nur um dich ein kleines bisschen zurück hassen zu können. Es ist wahr, ich habe vieles zuspät verstanden und der Zug ist längst abgefahren. Er ist abgefahren und die Ampel an der Kreuzung stand auf Grün, das hat mich beunruhigt. Aber weißt du was gleichgeblieben ist? ich habe wieder Musik in meinen Ohren und dich in meinem Kopf.

Hast du dir wirklich so das Lachen verkneifen müssen,
als ich am Telefon geweint habe? Musstest du?