12 Januar 2012

verliebtsein ist wie barfuß laufen





"Woher weiß ich, dass ich verliebt bin?" fragt sie mich mit ihren braunen Augen und ihren 
braunen Haaren, die leicht gewellt ihren Rücken schmücken. Ich war schon immer ein 
wenig neidisch auf ihre Haare. Sie schaut mich erwartungsvoll an, während ich in Gedanken
an unser 1 Treffen Reise. Ich war so aufgeregt und du hast so unglaublich schön ausgesehen,
wie du mit deinem schüchternen lächeln auf mich zugelaufen bist, die Hände in den 
Hosentaschen. "Ich glaube", beginne ich leise. "Wenn du verliebt bist, musst du dich gar 
nicht fragen, ob du verliebt bist. Du verzehrst dich nach ihm und er ist nicht ein Gedanke, 
der ab und an beiläufig in deinem Kopf schwirrt, sondern immer." Sie schaut mich 
fordernd  an. "Weißt du, verliebt sein ist wie Barfuß gehen, du erlebst alles viel intensiver,
bist unbeschwert, frei. Rennst durch Wälder und Wiesen.   Du musst nur aufpassen
vor den Glasscherben des Liebens. " Ich schaue sie an, doch wie soll ich ihr näherbringen, wie 
schön du immer  ausgesehen hast, wenn du neben mir gelegen hast. Wie es war wenn
du  mich geküsst oder berührt hast. Wie tagelang noch alles nach dir roch und wie sehr 
ich dich manchmal  vermisst habe, wenn ich morgens nicht neben dir aufgewacht bin? "Wenn 
du  liebst, siehst du in die Zukunft und siehst in jeder Situation den Umriss der anderen Person." 
Und während ich  das alles so erzähle, denke ich an dich, an deine Augen, deine Lippen, an 
dein Lachen. "Hast  du viel geweint?" hattest du einmal gefragt und ich hatte still genickt. 
Danach hast du mir  die Augenlider geküsst, so als wolltest du den Schmerz und die Tränen 
der letzten Tage  fortküssen. "Verliebt sein." sage ich. "Ist barfuß laufen, sich verletzten, 
wieder aufzustehen und weiterzulaufen, eben weil es so schön ist."