06 Februar 2012

notes to an absent lover



Gestern ist mir das Buch vor die Füße gefallen. Das Regal war kaputt
und dann lag es dort, vor meinen Füßen, das Buch in welchem mein Herz
steckt. Mit all dem Blut, mit all den Narben. Wenn ich das Buch aufschlage,
lächelst du von der ersten Seite. Kapitel Unendlich, darunter dein Bild und das
Symbol für unendlichkeit. Guck mal, diesen Ring kaufe ich mir. Schön, nicht?
Auf der nächsten Seite steht der Satz "Vom Anfang.." geschrieben. Darauf folgt 
unsere Geschichte. Bis Seite 85, dort endet sie. "Das gibt hässliche Narben" und
darauf folgt nur noch weißes. Zu jeder Geschichte gehört immer ein Anfang,
das Mittendrin und ein Ende. Links oben auf die 86 Seite habe ich einmal
versucht den Satz von der ersten Seite weiterzuschreiben. Wobei ich 
diesen einst dort hinschrieb, mit dem Gedanken, dass es doch gar kein Ende gab.

"Vom Anfang .. - bis zum Ende."

Jedes Mal wenn ich diesen Satz schreiben möchte, verschwimmt alles.
Diese kleinen viereckigen Kästchen, werden zu einem großen Kasten
und dann kommen mir wieder all deine Worte in den Sinn, die ich hoffe
vergessen zu können. Sie spielen in meinem Kopf, wie eine Platte die gesprungen ist.
"ich wollte was ernstes und alles was ich bekam warst du - wow."
Der Satz, der kommt immer wieder. Aber er will nicht wieder gehen.
Egal wie viel Alkohol ich getrunken habe, egal wie viel Spaß ich habe.
Egal, wie oft ich sage dass es mir gut geht. Egal wie oft ich mir einrede
dass du das vielleicht gar nicht so gemeint hast.

Manchmal hat mich das Meer der Erinnerung ausgespuckt und ich bin gestrandet.
Ich konnte plötzlich wieder Atmen. Ich hab die Sonne gesehen und habe die Vögel
zwitschern hören. Ich hab sogar mal gedacht, dass ich dich nicht vermissen würde.
Und dann habe ich daran geglaubt, so wie ich daran glaubte, dass alles wieder
gut werden würde. Und die letzten Abende habe ich in meinem Bett gelegen
und mein Kopf war wieder voll mit dir. WARUM? Wo kommst du wieder her?
Du bist doch fortgegangen.
Und du hast dich nicht umgedreht. Ich hab meinen Teddy fester umklammert und
ein paar Tränen geweint. Der Teddy konnte mal sprechen. Man musste nur seine rechte
Hand drücken, dann hat sein Herz geleuchtet. Man hat dann irgendwas gerdet
und wenn man seine Hand losließ, hat der Teddy das nachgesprochen. Ich wünschte,
er würde deine Worte sprechen. Die schönen. Damit ich mich in Erinnerung
hüllen kann und mein Herz nicht mehr so weh tut. Ich bin gestrandet und das
Wasser schwappt an meine Füße, kitzelt mich. "Du darfst mich nicht vergssen",
flüstert es. Und ich halte mir die Augen zu und die Ohren. Weil ich weder
hören noch sehen will. Weil ich vergessen will.
DICH DICH DICH DICH DICH DICH 
DICH DICH DICH DICH DICH DICH
weil ich sie loswerden will, die Gefühle. Ich mag deine Fotos anschauen und nicht
mehr dabei weinen müssen. Ich mag an unsere Zeit zurückdenken, mit Tränen
in den Augen, weil ich eben diese Zeit mit dir hatte. Tränen des Glückes.
Ich mag nicht mehr weinen, eben weil ich sie nicht mehr habe.


Einmal hattest du gesagt, dass wenn ich ein Tier wäre, ein Panda sei.
Sie kommen einem so klein und zerbrechlich vor. Dabei sind sie
riesig und unglaublich stark. Und darf ich dir was verraten?
Ich bin keiner, denn sonst wäre ich ja so stark und mir würde
dass alles nicht weh tun, oder? Ich bin nicht stark, nicht ein bisschen.

denn mir tut alles weh.