30 April 2012

come on skinny love, what happend here?


Einmal, da stand eine Freundin neben mir, wir redeten ein wenig, über Diäten und dass sie ja nicht den Ehrgeiz dazu hätte, eine Diät durchzuziehen und dass sie ja zu fett sei. Dann sagte sie, dass sie so gern Magersüchtig wäre und ich hatte nur den Kopf geschüttelt und sie in Gedanken geohrfeigt. 

Das ist eigentlich der einzige Grund warum ich mal wieder eine Blogger Aktion zum Thema Magersucht gemacht habe, weil ich denke dass sich viele junge Mädchen, aber auch Jungen, dessen Folgen dieser Krankheit gar nicht im bewusst sind. Erst einmal ein riesen großes Dankeschön an all die vielen Mädchen die mir geschrieben haben, sich mir anvertraut und sich bereit erklärt haben, euch über dieses Tabu Thema zu informieren. "Leider" haben mir so viele Mädchen geschrieben, dass ich nicht alle Angebote annehmen konnte und mich für 3 Mädchen entschieden habe. Ich hoffe der Rest ist mir nicht böse! Die vier Mädchen habe ich gebeten einen Zusammenhängenden Text zu schreiben, der Fragen wie diese: 

Aus welchen Gründen würde(st) man/oder du magersüchtig?
Wird man von heute auf morgen magersüchtig, also beschließt man das richtig?
Hat man dann eigentlich keinen Apettit, oder zwingt man sich eher, nichts zu essen?
Wenn der Hunger vorhanden ist, tut man dagegen etwas?
hat man denn KEINEN appettit auf leckere sachen?
Merkt man das gleich, wenn man magersüchtig wird?
Hast du deinen Gewichtsverlust zu verstecken versucht?
Hat dein Umfeld gemerkt, dass du nichts mehr isst?
Was wenn ja? Wie waren die Reaktionen deiner Familie, Freunden?
Wie hast du es geschafft die Krankheit zu überwinden?
Was möchtest du Mädchen oder Jungen sagen, dessen wunsch es ist, an magersucht zu erkranken?

beinhaltet. Viel Spaß beim Lesen!


Erst einmal ‚Hallo’ an alle, die sich diesen Text durchlesen. Ich bin froh, die Chance zu haben, über meine Erkrankung zu berichten und über sie aufzuklären, weil viel zu viele sie unterschätzen.

Ich bin jetzt 16 ½ Jahre alt und bin/ war kein besonders krasser Fall der MS. Aber trotzdem leide ich immer noch unter den Folgen.

Warum ich magersüchtig geworden bin, lässt sich nicht in ein oder zwei Sätzen erklären. Es sind immer sehr viele unterschiedliche Dinge für eine Erkrankung verantwortlich. Jedoch der größte Grund war meine Wahnidee, durch Nicht-essen die Kontrolle über mein Leben zu bekommen, weil ich diese nie hatte. Außerdem habe ich Leistungsturnen gemacht, wo Gewicht immer ein großes Thema war. Auch hat Aussehen und Figur in meiner Familie immer eine große Rolle gespielt. Zudem war ich ein halbes Jahr in den USA. Ich bin damals gerade erst 15 geworden und habe scheinbar zu viel von mir erwartet. Und dann kam ich überhaupt nicht mit meiner Familie und dem Essen dort da, und hatte starkes Heimweh. (Falls jemand noch genauere Fragen zu den Gründen hat, kann er mich persönlich anschreiben, weil wenn ich es noch weiter ausführe, wird es sehr lang.)

Die MS entwickelt sich schleichend. Es gibt keinen Moment, ab dem man auf einmal magersüchtig ist. Ich wollte früher nie magersüchtig werden, weil viele, die ich kannte, nach der MS mehr gewogen haben als vorher, und das wollte ich nicht.

Der akute Ausbruch kam bei mir in den USA. Zuhause hätte ich gar nicht die Möglichkeit gehabt, untergewichtig zu werden, weil meine Mutter es sofort bemerkt hätte. Dort aber war ich alleine und es fiel erst nicht auf, weil auch meine Gastfamilie nie mit mir zusammen gegessen hat. Aber schon vorher in Deutschland hatte ich ein sehr krankes Essverhalten, es drehte sich alles nur um Gewicht, Diät und Essen. Vor meinem Auslandsjahr hatte ich extreme Panik vor einer Gewichtszunahme und habe versucht diese zu verhindern, indem ich viel Sport trieb und weniger aß: Ich nahm nicht zu, sondern immer weiter ab, bis ich es nicht mehr stoppen konnte. Ich bin 1,68m groß und habe immer zwischen 53 und 58 kg gewogen. Mein tiefstes Gewicht waren ungefähr 44kg. Meine Eltern haben erst nichts bemerkt, weil sie nur meinen Oberkörper über skype gesehen haben. Irgendwann hat meine Mama gefragt, ob ich abgenommen hätte, und ich habe gesagt, ja, ein bisschen. Ich habe auch nie versucht es zu verstecken, weil ich mich gar nicht sooo dünn war. In meiner Schule in Amerika liefen einige Mädchen rum, die so dürr waren wie ich. Jetzt weiß ich, dass ich damit auffallen wollte. Zuhause hat meine Mutter immer nach mir gefragt, meine Gastmutter in Amerika aber nicht. Es ist aufgefallen, dass ich abgenommen hatte, aber wirklich darum gekümmert hat sich in Amerika niemand. Und ich habe auch nie Mahlzeiten ausgelassen: immer Frühstück, Mittag und Abendessen, aber sehr wenig bzw. kalorienarm und viel Sport getrieben. Als ich aber aus dem Flugzeug kam, waren meine Familie und meine Freunde geschockt. Meine Mutter ist gleich mit mir zum Arzt, aber alle (auch ich) waren der Meinung, ich habe abgenommen, weil ich Heimweh hatte und dadurch keinen Hunger. Es war glaubwürdig und ich habe ja auch wieder angefangen zu essen. Dann war ich kurz danach drei Wochen im Krankenhaus zum Zunehmen und auch da, war ich noch fest davon überzeugt, dass ich keine MS habe. Das habe ich erst einige Zeit später begriffen. Sogar meine Eltern früher als ich. Die meisten meiner Bekannten sehen Essstörungen nicht als so schlimm an. Größtenteils wurde immer nur geschockt festgestellt, dass ich so dünn scheiße aussehen würde.

Nach dem Krankenhausaufenthalt habe ich noch weiter zugenommen und halte jetzt das Grenzgewicht von 51-52kg und fühle mich so wohl, will aber nicht weiter zunehmen. Seit einiger Zeit gehe ich zu einer Psychologin, die mir sehr hilft, vor allem mich selbst zu verstehen, damit ich nicht wieder auf das Nicht-essen zurückgreife. Ganz gesund bin ich nicht, weil sich Essstörungen nicht einfach in Luft auflösen, aber ich habe sie im Griff und weiß, was ich essen muss, um mein Gewicht zu halten. Dass ich gesünder bin als noch vor einem Jahr liegt vor allem daran, dass ich ein gutes Abitur machen will und danach studieren, was nicht geht, wenn man keine Kraft hat und sich nur mit Abnehmen beschäftigt und von

einem Arzt zum nächsten rennt. Ich verdanke sehr viel meinen Eltern, weil sie sich immer darum gekümmert haben, dass ich ärztlich versorgt bin und einsehe, dass ein Leben mit Magersucht keines ist. Während der akuten Krankheitsphase litt ich unter trockener Haut und dünnem Haar, extremer Kälte, Müdigkeit und Kraftlosigkeit. Auch das Sitzen war sehr unbequem, wenn alle Knochen heraustraten. Außerdem ist es schwer Klamotten zu finden, die passen und auch gut aussehen. Aber noch heute muss ich oft zum Arzt zum Blutabnehmen, weil meine Schilddrüsenwerte nicht stimmen. Und meine Hormonwerte sind auch nicht in Ordnung, weswegen ich jetzt die Pille nehme. Zudem habe ich durch meine Mangelernährung eine Laktoseintolleranz bekommen, womit zu leben echt hart ist! Die Beschwerden davon sind unglaublich unangenehm und es nervt extrem!

Einen Punkt habe ich bisher ausgelassen: Das Essen. Ich hatte IMMER Appetit. Ich habe nachts vom Essen geträumt und mit tagsüber vorgestellt, was ich demnächst alles esse. Ich bin in Läden gegangen und habe das Essen angeguckt bzw. gerochen – aber NIE etwas gegessen. Ich habe eine extreme Selbstbeherrschung, die mir in dem Punkt ‚zu Gute’ kam. Wenn man immer wenig isst, wird der Magen kleiner und kann weniger aufnehmen, weshalb man auch weniger essen muss, um satt zu sein. Trotzdem habe ich gehungert. Den Hunger habe ich probiert mit viiiiiiel trinken zu betäuben. Mein Tag begann meistens mit 1,5l Tee.

Mir ist wichtig, dass Mädchen und Jungen, die gerne magersüchtig werden wollen, dies nicht lesen, um darin Tipps zu finden. Deshalb werde ich auch gewisse Sachen nicht erzählen, weil die MS nichts Wünschenswertes ist!!! Ich hoffe, dass das verständlich ist. Man ist nicht ein Jahr magersüchtig und dann ist es vorbei. Das ganze Leben muss man höchst wahrscheinlich mit dem Scheiß kämpfen und leben. Und je länger man krank ist, desto mehr Lebensjahre gehen einem verloren. Ich kann die Zeit nicht nachholen, sie ist unwiederbringlich weg! Bitte seht das ein und holt euch auf jeden Fall Hilfe. Es ist nie zu früh oder spät. Denkt nicht, dass ihr noch nicht tief drin seid und alleine rauskommt: das schafft ihr nicht! Und je früher man dagegen ankämpft, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass man wieder, irgendwann, richtig gesund wird. =)

Ganz liebe Grüße, Pia

Ich hoffe, mein Bericht hat euch weiter geholfen. 


Hallo, ich hab keine Ahnung wie ich diesen Text jetzt anfangen soll, bzw. wie er weiterlaufen wird. Ich werde einfach mal Anfangen und somit über meine damalige Krankheit erzählen. Magersucht. Zuerst ein paar Informationen über mich. Ich bin 15 Jahre alt und meine Krankheit fing vor 2 Jahren an, mein Gewicht damals war 67 kg auf 1,76 Metern. Womit hat dieser ganze Teufelskreis der Sucht angefangen? Bei mir war es die Beeinflussung meiner Mitschüler. Sie sagten mir oft genug, dass ich doch zu dick wäre und da und da, an meinem Körper fett wäre und ich gefälligst mal abnehmen sollte. Ich hab‘s als Wahrheit aufgenommen, von Anfang an, weil ich mich selber nie als „dünn“ empfunden hab. Aber wirklich an mich ran hab ich diese Sprüche anfangs nie gelassen, weil mir meine 2 besten Freunde immer wieder gezeigt haben, dass ich es nicht bin, dass ich dünn und perfekt so sei wie ich bin. Nachdem die Attacken meiner Mitschüler aber immer stärker wurden, fing ich an mich im Spiegel zu betrachten. Ich sah an meinen Oberarmen, dass da was „schwabbelte“, mein Bauch war auch nicht der dünnste und von meiner Hüfte will ich gar nicht erst reden. Ich sah mich und meinen Körper und merkte, dass meine Mitschüler irgendwie doch Recht hatten, ich fand mich zu dick. Das ist mein Grund gewesen, dass ich mir gesagt habe, „ich muss abnehmen!“. Allerdings war es nicht so, dass ich gesagt habe „ Mein größter Wunsch ist es magersüchtig zu werden.“ Nein, das hab ich nicht, und das wird auch kein anderes magersüchtiges Mädchen sagen. Ich habe mir gesagt, dass ich abnehmen möchte. Ich habe mir somit einen Trainingsplan erstellt, jeden Tag 3 Stunden Sport und gesundes ernähren, dass hieß, Früchte und Gemüse und so wenig Kohlenhydrate und Kalorien wie möglich. Ich hab diesen Plan durchgezogen, sehr zielstrebig und ehrgeizig, allerdings hab ich für mich selbst viel zu langsam abgenommen und viel zu wenig Ergebnisse an meinem Körper gesehen. Laut Waage wog ich nach einem Monat täglichen trainieren gerade mal 2 Kilo weniger, was wie ich heute weiß, an der Muskelzunahme lag. Aber ich sah keinen Unterschied, ich sah nie das erhoffte. Außer, dass ich mehr Kondition bekommen hab und sportlicher wurde, aber das war mir relativ egal. Ich wollte abnehmen, dünn werden und mich wohl fühlen. Meine Freunde, wussten, dass ich abnehmen wollte und haben es auch erst mal so akzeptiert weil ich ja gesund abnehmen wollte. Ich habe ihnen auch weiterhin erzählt, dass ich mit meiner Trainingsplanmethode glücklich sei und ich mich selten besser gefühlt habe. Aber anstatt das ich weiter trainierte aß ich immer weniger, und wenn ich essen musste, weil meine Eltern mich dazu gezwungen haben, lief ich danach zum Klo und kotze es aus. Natürlich wusste ich, dass es kein guter Weg ist und das es meinem Körper schadet, aber ich hab mir gesagt, dass ich das ein-, zwei- bis dreimal machen würde und ich nach einem gesehenem Effekt aufhören würde und auch aufhören kann. Und ja, ich sah den Effekt, ich sah ihn schneller als ich gedacht hab, ich hatte innerhalb von einer Woche rund 3 Kilo abgenommen. Es machte mich froh, zu sehen wie meine Kilos nur purzelten, dass ich eine Methode gefunden hatte schnell abzunehmen. Und in der Zeit wurde es mir immer egaler, dass diese auskotzerei ein großes Ausmaß haben konnte. Ich zog es durch, aß gar nichts mehr zwischendurch, und übergab mich 3-mal am Tag und 27-mal in der Woche. Wenn ich mich im Spiegel betrachtete, fühlte ich mich von Tag zu Tag wohler. Ich sah, dass ich endlich dünner wurde. Nicht nur an meinem Gewicht Verlust, sondern auch daran, dass ich sah wie langsam meine Knochen zum hervorscheinen kamen und ich kaum noch Fett an meinem Körper sah. Natürlich bekamen meine Familie bzw. meine Freunde nicht mit, dass ich mich immer mehr abrutschte. Weil ich habe ja gegessen, vor deren Augen und das zu genüge. Irgendwann konnte ich aber nicht mehr freiwillig was essen, ich fing an mich vor dem zu ekeln was ich da in mich reinstopfte. Egal ob es eine Pizza, Nudeln, Reis oder nur ein Apfel war. Ich ekelte mich vor dem Essen und steuerte immer freiwilliger und unbewusster nach dem Essen die Toilette an. Und ja, es war unbewusst, klar wusste ich was ich da tu und ich wusste das ich so zum Abnehmen kam, aber es war mir anfänglich nie bewusst, dass ich wirklich in die Magersucht steuere. Nach 3 Monaten, sah ich das erste für mich erfreuliche Ergebnis, ich wog nach 3 Monaten 42,7 Kilo. So steht es in meinem Buch, ich hatte mir ein Buch angelegt in dem ich alles genau reinschrieb, alles. Was ich gegessen habe, wie viel, wie viele Kalorien es hatte und wie es mir nach dem erbrechen ging. Es war für mich wie ein Führen eines Tagebuches. Ob ich versucht habe meinen Gewichtverlust zu verstecken? Indirekt ja. Ich trug im Sommer weite Pullis und Boyfriendjeans, aber das kannte man von mir, weil ich immer gefroren hab, immer. Deshalb war’s nie eine auffällige Sache für alle. Wie mir dann klar wurde das ich Magersüchtig bin? Das hat mir mein bester Freund klar gemacht. Nach ca. 5 Monaten vorspielen und rumlügen, dass es mir gut geht und ich keine Probleme hab, gab mein Körper nach. Ich kippte jeden Tag um, mir wurde immer wieder in jeder Situation schwindelig und konnte mich nicht mehr wirklich auf den Beinen halten. Das war schwer zu verstecken. Da ich meine Schwächeanfälle ja nicht planen bzw. merken konnte, ich kippte in der Schule oder zuhause bei meinem besten Freund um. Klar war, ihm fällt das auf, er merkt das was nicht stimmt. Und genau so war es, er merkte relativ schnell, dass ich ein Problem hab. Er sah wie blass und bleich ich war. Was für Augenringe ich hatte und später auch wie knochig ich doch geworden bin. Er konnte mich aber nie wirklich drauf ansprechen, bis er eines Tages als ich mal wieder umgekippt bin, gesehen hat, was für Narben ich an meinen Armen hatte. Ja, ich hab mich geritzt, mir ging es nicht gut, aber ich konnte es mir nie selber eingestehen, weil eigentlich hätte es mir ja gut gehen können, ich hatte abgenommen und das sehr erfolgreich, aber ich fühlte mich nicht mehr wohl, ich konnte nicht mehr, konnte aber auch mit keinem reden, weil ich mir selber nie eingestanden hatte das ich wirklich krank bin. Ja, er hat es gesehen, und ab dem Punkt konnte er nicht mehr schweigen wie er mir selber später gesagt hat. Er fragte mich was das solle, wieso ich mich so runterhungern musste, wieso ich all das gemacht habe. Ich konnte keine antwort drauf geben. Daraufhin wurde er lauter, schlug um sich, ist vollkommen ausgerastet, fragte mich ob ich wirklich sterben möchte, ob ich es wirklich möchte, ob ich möchte, dass er mitstirbt weil er ohne mich nicht kann. Ob ich wirklich so viele menschen verletzten möchte und ohne mich leben lassen möchte, nur wegen ein paar Mitschülern die keine anderen hobbies hatten und mir scheisse an den Kopf werfen mussten. Wegen Menschen die mir nichts bedeuten sollten. Ob ich das wirklich möchte. Obwohl ich noch nicht mal dick war. Da wurde mir klar, dass ich kurz vor dem Tod stand, das ich in einem Teufelskreis steckte der mich und mein Leben zerstört hat. Ich brach zusammen und wusste, dass ich Hilfe brauche. Es war der 17.08.2010, ich wog nur noch 36 kilo und hatte einen BMI von 11,6, um es zu verdeutlichen, normal ist in dem Alter 16 – 23. Es war eine sauschwere Zeit aus diesem Teufelskreis heraus zu kommen, zu schwer. Ich musste es schaffen, Essen wieder anzunehmen, nicht mehr aufs klo zu rennen und meine Selbstzweifel abzustellen. Mein bester Freund und meine Eltern haben mir geholfen, hätten sie es nicht getan, hätte ich es nie geschafft. Sie schlossen alle Badezimmertüren bis 2 Stunden nach dem Essen ab, weil man später nicht mehr das gegessene erbrechen kann und sie kontrollierten alle meine Bewegungen und Arme. Durch sie habe ich es geschafft, einer Klinik in die ich eigentlich hätte gemusst zu „entkommen“ und es selber zu schaffen wieder zuzunehmen. Allerdings lief das in einem langen Zeitraum ab, es zog sich und ging nicht so schnell wie das abnehmen. Heute kann ich sagen, ich bin gesund. Das kann ich allerdings erst seit 2 Monaten sagen, weil noch viel zu viel passiert ist was mich nicht weiter ermutigt hat mit der Vergangenheit abzuschließen. Meine beste Freundin, welche 248 Kilometer von mir entfernt wohnte ist gestorben. Woran ? Magersucht. Und ich habe unter extremen Schuldgefühlen gelitten. Verständlich denke ich, weil ich es selber durch gemacht habe. Aber ich bin die jenige die sie am besten verstehen konnte, wieso sie sich bei keinem gemeldet hat, weil sie es sich nicht eingestanden hat. Ich kann und konnte sie verstehen, wusste aber gar nicht erst das es überhaupt Anzeichen gab, weil ich sie selten gesehen hab und ihre Eltern tot sind, und sie somit keinen hatte der wirklich vernünftig etwas erkennen konnte. Auf jeden Fall, kann ich sagen, dass ich nach 2 Jahren Quälerei vor 2 Monaten das erste Mal wieder ernstgemeint lachen. Ich sage von mir selbst, dass ich gesund bin. Ich wiege bei einer Größe von 1,78, 58 Kilo, das ist ein BMI von 18,3 der normale BMI liegt bei 17-25. Somit kann ich sagen, ärztlich bin ich gesund, und bis ich das alles verarbeitet habe dauert es noch was, klar aber ich hab es geschafft und das ist das was zählt. Was ich den Lesern die gerne magersüchtig werden wollen sagen kann? erstens, kein Mensch sagt, wie ich schon gesagt habe von sich selber das er gerne magersüchtig werden will, dann ist da kaum was ernstes hinter, meistens. Sondern sie sagen sie wollen abnehmen. Da der Tipp an Freunde, wenn ihr das hört, guckt erstmal wie dünn die Person ist und dann verfolgt das abnehmen, wenn es irgendwann zu viel wurde, dann redet mit der Person und mach ihr so gut wie möglich, egal wie klar, dass sie sich damit schneller als gewollt das Leben nehmen kann. Und ich denke ich kann nicht viele tipps geben, weil jeder ist selber verantwortlich für das was er tut, und Leute die wirklich abnehmen wollen hören auch nicht auf solche Texte und Worte, von fremden Menschen, aber was ich sagen kann, ist : Du bist du! Scheiss drauf was dir andere Menschen sagen, scheiss drauf wer dich hässlich findet oder so , wenn du glücklich mit dir bist, dann bleib so, jeder hat was am Körper was ihn stört aber das sind Dinge, die jeden doch erst zu dem machen was sie sind, zu einem Menschen. Macken hat jeder. Selbst ein Mensch mit dem Maßen 90-60-90 ist nicht perfekt, keiner ist perfekt. Sei du selbst, weil so bist du gut. Hör immer auf das was dein Herz dir sagt und nicht darauf was andere meinen. Und wenn du abnehmen möchtest, tu es gesund, man kann abnehmen auch wenn man isst, auch wenn man 3 Mahlzeiten am Tag isst. Man muss nicht hungern. Und wenn man angefangen hat, liegt zwischen lebendig und tot ein ganz kleiner Raum, entweder man schafft es in die lebendige Richtung oder nicht, dann ist es zu spät. Ich wünsche es keinem, ich wünsche keinem so was wie ich gehabt hab, aber ich weiß ich bin nicht die einzige die Magersüchtig war. Jeder kann es schaffen, jeder, er muss es nur wollen, sich selber eingestehen und jeder muss die richtigen Menschen haben, und die hat normalerweise jeder. Du bist gut so wie du bist und musst dich für keinen verbiegen oder verändern, erst recht nicht für dich selbst. Du kannst alles schaffen.


Ich habe schon sehr früh gemerkt das ich nicht die Person bin die viel isst. Ich war nie dick und hatte nie Probleme mit meinem Körper. Doch als ich 14 wurde wusste ich das irgendwas anders ist. Es könnte eventuell daran liegen das ich in der 8-9 Klasse nie wirklich Freunde hatte sehr viel 'Scheiße' gebaut habe und mich hässlich und zu dick an manchen stellen fand. Ich würde jetzt nicht behaupten das mann beschließt magersüchtig zu werden nur man kommt irgendwann an einen Punkt wo man sagt ich will nicht mehr essen, ; bestimmt werde ich dann dünner ich werde geliebt und akzeptiert! Mit 15 hatt es zuerst langsam angefangen, habe Süßigkeiten weggelassen, nach und nach habe ich morgens nichts mehr gegessen in der Schule nicht und mittags auch nicht. Eventuell abends ein bisschen damit es meinen Eltern nicht auffällt. Es wurde so schlimm das ich Hunger hatte regelrechte Attacken wo ich essen 'musste' nur kam davon nie etwas in meinem Magen an, weil ich es relativ oft wieder ausgebrochen habe. Ich habe versucht es zu verstecken , versucht das man es mir nicht ansieht. Ich habe auch im Sommer oder wenn es wärmer wurde nie kurze Sachen getragen aus der Angst verspottet zu werden. Meine Familie fand es etwas merkwürdig hat aber zu meinem erstaunen nie etwas gesagt. Das ging noch ein paar Monate so weiter bis ich nur noch mit einer Körpergröße von 1,64 vielleicht grade 38, 40 kg wog. Ich kann es mir selbst nicht erklären aber es kam die Einsicht das ich so nicht weiter Leben kann und da ich nicht den Mut hatte mich irgendwem anzuvertrauen habe ich es selber in die Hand genommen und ich muss sagen ich habe es Relativ gut überstanden ich habe Tag für Tag 'gelernt' wieder zu essen. Nun bin ich 16 vor ein paar Monaten hab ich das gleiche wieder durchgemacht, ich hatte gedacht ich habe es überwunden aber so war es nicht. Meine Freunde haben natürlich sofort gemerkt das mit mir irgendwas nicht stimmt ich war verschlossen nicht mehr so 'crazy' wie mich jeder kennt, habe sogar in der Schule mein essen wieder ausgebrochen. Es ist nicht schön rumzulaufen als würde man jeden Moment zusammen klappen. Eigentlich bist du nur noch eine Körper der funktionieren muss du läufst nur noch durch die Welt und musst funktionieren. Du fühlst dich Fett und von der Menschheit verachtet. Mir ging es in der Zeit unglaublich Scheiße, aber wenn man den Willen hat und an sich glaubt dann schafft man auch diese Krankheit zu überwinden, zu mindestens war dies bei mir so. Ich wollte keine Ärzte Kein Mitleid oder ehnliches ich habe mich hässlich gefunde, zu dick aber genau das ist es worauf es ankommt wenn du dich nicht so liebst wie du bist kannst in genau sowas reinrutschen. Ich hab gelernt mich so zu akzeptieren wie ich bin ich wiege Mitlerweile 45 ich habe immernoch Untergewicht aber ich habe mich und meinem Körper akzeptiert und ich möchte nie wieder soetwas erleben. Ich kann nur sagen das, dass alles auch schlimmer ausgehen kann, also hört auf euch fertig machen zu lassen, steht zu euch und lasst euch von keinem Reinreden. So wie ihr seit ist es Perfekt und die die euch kennen lieben euch wie ihr seit. Sich zu akzeptieren darauf kommt es an.



15 April 2012

home(less)



Ich starre in den dunklen Sternenhimmel, du liegst neben mir, eingehüllt in deiner beigen Fleecedecke, aber mit dem rücken zu mir. Dass du dich verpissen sollst, habe ich zu dir gesagt und du hast mir nur tonlos den Rücken zugedreht. Und dann hat es mir schon wieder leid getan, dass ich das zu dir gesagt habe und ich mag dein schulterblatt küssen und dir sagen, dass es mir leid tut und dir von damals erzählen, warum ich vielleicht so bin, wie ich geworden bin. Stattdessen liege ich regungslos dort, zähle die Sterne und lausche deinem Atem. Dein Atem wird ein wenig schwerer und du nuschelst irgendwas vor dich hin, was ich aber nicht verstehe. Ob du schläfst, frage ich, aber es kommt nichts zurück. Dann piekse ich in deinen Rücken und frage ob du böse bist auf mich. Ein "mh", ertönt aus der Richtung in der du liegst und ich schaue wieder in den Himmel. Ich will dir sagen, dass du dich doch wieder zu mir drehen sollst, dass du deinen Arm um mich legen sollst und dass ich dich doch vermisse, auch wenn du nur ein paar Zentimeter von mir liegst. Dann schließe ich die Augen und mir fehlt, wie dein Atem meinen Nacken streift, wenn wir einschlafen. Dass ich anders sei, hattest du gesagt, als du meine Hand genommen hast und wir zum Zigarettenautomaten liefen. Und ich habe gefragt warum und du hast nur mit den Schultern gezuckt und gesagt, dass es dinge gibt, die man einfach so hinnehmen muss und dass manche Dinge einfach nicht zu erklären sind. Dann grinst du und drückst mir einen Kuss auf die Stirn.

Wenn ich dich ansehe und du lachst, kriege ich wieder, dieses warme Gefühl,
dass alles gut wird. Wie naiv, vielleicht bin ich verliebt