20 Juli 2012

Stilles Reden.





Ich klopfe und von drinnen horche ich deinen Schritten. Dann öffnest du die Tür, kein Blick, kein Hallo, nur kälte. Dann setzt du dich und schweigst, putzt mit einem grünen Brillentuch deine Fernbedienungen, darüber schmunzel ich ein wenig, aber nur kurz. Dann sage ich, dass es mir leid tut. Und du blickst kurz einmal hoch und mir wird klar, dass dein schweigen nur die ruhe vor dem sturm war. Dann fängst du an, sprichst von dummheit, deinen problemen, vom nichts raffen und dass ich alles schlimmer mache, dabei starre ich apathisch auf den Tv. Trödeltrupp läuft, die Uhr zeigt 15:45 an. Ich beobachte die Fliege an der Decke, sehen den Bäumen zu wie sie sich im Wind wiegen. Ich will nicht weinen, erst wenn ich weg bin, wenn dir Tür hinter mir ins Schloss fällt. Ich muss doch zeigen dass ich erwachsen bin, dass ich ... stark bin. Dass seine Worte nicht weh tun. Ich sage nichts, antworte nur in Gedanken und schaue ihm in die Augen, schön ist er. Wirklich schön. Dann fragt er was ich denke, "an nichts", sage ich dabei schwappt in meinem Kopf das verdammte wortmeer fast über. Dass du was ernstes willst und dann triffst du den wunden punkt. "Ich wollte was ernstes und alles was ich bekam warst nur du." Das waren damals seine Worte und sie verletzen, bis heute. 16:10 Uhr. "Ich muss gehen", sage ich und du blickst mir nur leer entgegen. Dann fällt die Tür ins Schloss und die Tränen fließen. "Smile now, cry later", denke ich und wische mir über die Augen. Dann eine sms von dir. Dass du mich liebst, dass ich dich die einzige bin und dann verschwindet das lächeln und die Gesichter im Bus schauen mich fragend an. 

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