28 Januar 2013

(selbst)zweifel


Dass du manchmal im bett liegst und dich fragst, ob das alles noch einen sinn macht, erzählst du mir während ich wieder verloren in die gegend blicke. Dass ich dir immer neue Anlässe dafür gebe. Danach folgt die auflistung von dingen die ich falsch gemacht habe, oder die dir nicht gefallen. Dass du mit dieser liste morgen noch nicht fertig wärst, fügst du noch hinzu und ich spüre einen leichten stich in meinem herz. Das sind Gespräche die ich hasse und die ich eigentlich nie führen will. Deswegen führst du sie eigentlich immer allein. Ich sage nichts, schaue abwechsend zu dir und auf den fernseher bis du ihn schließlich aus machst. Ob ich dazu nicht auch etwas sagen will, fragst du mich und ich schüttel den kopf. "Nein", flüstere ich und schaue auf den schwarzen fernseherbildschirm. "Wenn du jetzt was sagst, musst du heulen kim", denke ich und schweige, behalte wieder alle worte für mich. Danach fließen ein paar tränen stellvertretend für all die worte die ich nie ausgesprochen habe. Danach siehst du mich wieder mit diesem Fragezeichen-Blick an, weil du nicht verstehst warum ich weine, weil du mich nichtmal angeschrien hast. "Warum weinst du, ich bin doch ganz ruhig", fragst du ungläubig und als antwort fließen noch ein paar tränen mehr. Das sind alles dinge die du nicht verstehen würdest, wenn ich statt den tränen mal worte sprechen würde, vielleicht weil wir zu verschieden sind.