28 Januar 2015

"Fotografin ist schon der richtige Beruf für dich"

das sagte der Fotograf als er meine Arbeitsproben anguckte - und das hat mich sehr darin bestärkt, dass es nicht die falsche Entscheidung war auf mein Herz zu hören und das zu machen, was mich glücklich macht. Fotografieren. Am Samstag hatte ich also das Vorstellungsgespräch und war mega aufgeregt, aber als ich das Studio dann betreten habe, war alles zum Glück wie weg geblasen und die einfachste Frage hat mich total aus dem Konzept gebracht: "Was wissen Sie über den Beruf Fotograf?" - Äääääh - kennt ihr das wenn ihr für eine Arbeit Massen an Dingen auswendig lernt, tausendmal durchgeht, nur das einfachste nicht? Und das einfachste und leichte wird dann abgefragt? In meiner Vorbereitung für das Gespräch ist mir nicht einmal in den Sinn gekommen, mich mit dieser Frage auseinander zu setzen. Natürlich weiß ich etwas über den Beruf, aber dennoch kam diese Frage sehr unerwartet, sodass ich noch ein bisschen in meinem Kopf kramen musste. Ich hoffe man hat mir das nicht angemerkt.


Im Allgemeinen war das Vorstellungsgespräch recht locker, mir wurde erklärt wie wichtig der Umgang mit Kunden ist und das dieses auch ein Teil der Ausbildung sein wird - vor allem das man auch unbewusst agiert, um den Kunden etwas zu vermitteln. Finde ich höchstinteressant, wie alles so gehandhabt wird - Marketing wäre auch das einzige Studium was ich mir gut vorstellen könnte.


Im zweiten Teil hatte ich dann das Gespräch mit dem Mann. Ich hatte schon regelrecht Panik dass ich irgendwie auf das Studio losgelassen werde und etwas fotografieren muss, wovon ich keine Ahnung habe. Zum Glück sollte ich nur ein Bild zuschneiden und dann ging es ab nach draußen. Um unser Schloss herum sollte ich 3 Bänke fotografieren, bei der Kirche in der Stadt 3 Fotos wovon ich wollte und 3 Bilder vom alten Rathaus - natürlich habe ich nicht richtig gelesen und bin zum neuen Rathaus gelaufen, was in eine total andere Richtung ist (falsch war!!) und ich später als ausgemacht wieder im Studio war. Er selber hat nur drüber gelacht und gesagt, dass es nicht so schlimm sei, da er anhand der Bilder nur schauen wollte, ob man einen guten Bildausschnitt wählt und auf etwas fokussiert und nicht wild rumknipst.


Beim sichten der Bilder kam dann wieder eine Frage auf die ich wieder nicht vorbereitet war: "Erzählen sie mal, was haben Sie sich dabei gedacht?" Und dann durfte ich jedes Bild kommentieren. Für mich ist Fotografie einfach eine Gefühlssache worin ich mir beim Fotografieren selber gar nicht so viele Gedanken mache - ich denke beim Fotografieren nicht an den goldenen Schnitt oder andere Gestaltungselemente - es kommt einfach aus dem Gefühl.



Während ich zum falschen Rathaus gelaufen bin hat es geschneit und ich habe mich einfach hier und da hingeduckt und ein paar Fotos geschossen - das hat wirklich Spaß gemacht und mir gezeigt, dass ich das viel zu selten mache. Einfach mal loslaufen und fotografieren. Ich hoffe es schneit noch ein wenig oder der Frühling kommt ganz schnell, damit ich los laufen kann um die Natur zu fotografieren.


In 3 Wochen wird bekannt gegeben, welche Personen die zwei Plätze besetzen. Ich hoffe so sehr, dass ich eine davon bin!

PS: während ich den Beitrag hier geschrieben habe, bin ich den Besitzern des Studios begegnet, vielleicht ist das ein Zeichen?